Amazon-Rivale aus China Alibaba steigert Umsatz kräftig

2014 legte Alibaba den größten Börsengang aller Zeiten hin. Jetzt überrascht der chinesische Online-Händler mit einem kräftigen Umsatzsprung. Doch ausgerechnet in China wächst das Geschäft langsamer.
Update: 28.01.2016 - 16:58 Uhr
Schon jetzt kommt Alibaba in China auf einen Marktanteil von 80 Prozent. Doch der Konzern will noch weiter wachsen – unter anderen mit Medieninhalten. Quelle: dpa
Alibaba

Schon jetzt kommt Alibaba in China auf einen Marktanteil von 80 Prozent. Doch der Konzern will noch weiter wachsen – unter anderen mit Medieninhalten.

(Foto: dpa)

BangaloreDer chinesische Online-Händler Alibaba hat vom brummenden Geschäften im Weihnachtshandel profitiert. Der Rivale von US-Marktführer Amazon steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal überraschend kräftig um 32 Prozent auf umgerechnet 4,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Allerdings bekommt Alibaba auch die Konjunkturabkühlung in China zu spüren. Der Gesamtwert der Waren, die dort über die Handelsplattformen des Konzerns abgewickelt werden, stieg zwar um 23 Prozent. Doch war dies die geringste Zunahme seit mehr als drei Jahren. Die Anleger waren aber zufrieden: Die Aktie legte vorbörslich drei Prozent zu.

Besonders stark lief das Geschäft am großen Einkaufstag zum „Singles' Day“ im November. An dem Tag seien 467 Millionen Bestellungen verarbeitet worden, in der Spitze seien es 140.000 Transaktionen pro Sekunde gewesen. Der „Singles' Day“ am 11. November war überhaupt erst von Alibabas Online-Supermarkt Tmall als Shopping-Festival etabliert worden.

Auch zahlte sich für Alibaba die Expansion auf dem Lande in China aus. Der Konzern will unter anderem bei Handel und Zustellung von Lebensmitteln aus regionaler Produktion mitmischen. Dienste dafür würden inzwischen in 12.000 Dörfern angeboten, erklärte Alibaba. Konzernchef Daniel Zhang erklärte, man wolle Industrieartikel aus den Städten auf dem Lande verkaufen und den Bauern helfen, frische Lebensmittel in die Ballungszentren zu bringen.

Alibaba hatte beim größten Börsengang aller Zeiten 2014 rund 25 Milliarden Dollar eingenommen. Der Konzern kommt in China auf einen Marktanteil von rund 80 Prozent und will weiter expandieren. Dazu will er auch in einem Milliardendeal das chinesische Youtube-Pendant Youku Tudou übernehmen, um ähnlich wie Amazon verstärkt Medieninhalte anzubieten.

US-Konkurrent Ebay geriet zuletzt in Hintertreffen und musste im Weihnachtsgeschäft unerwartet große Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verkraften. Dem Pionier von Online-Auktionen setzt im klassischen Internet-Handel Amazon stark zu. Die Amazon-Quartalszahlen standen am Abend an.

Das kauften Verbraucher 2015 im Internet
Online-Handel
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Bequem vom Sofa aus rund um die Uhr shoppen: Online einkaufen gewinnt seit langem an Beliebtheit und auch in diesem Jahr hielt der Wachstumstrend an. 52,8 Milliarden Euro – so viel haben Verbraucher einer Prognose des Centre for Retail Research zufolge 2015 für Bestellungen im Internet ausgegeben. Das Schnäppchen-Portal mydealz.de hat 60 Millionen von ihm im Jahresumlauf vermittelte Transaktionen unter die Lupe genommen. Auf diese Weise haben die Experten ermittelt, welche Produkte besonders hoch in der Gunst der Konsumenten standen, wann sie am meisten online einkauften, und wie sehr mobile Endgeräte zum Umsatz beigetragen haben.

Quelle: mydealz.de/Centre for Retail Research

Der Umsatz steigt
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Der Umsatz für Online-Händler ist in diesem Jahr deutlich gestiegen, nämlich 23,1 Prozent gegenüber 2014. Somit trugen Internetkäufe 11,6 Prozent zum gesamten Handelsumsatz bei.

Deutsche als Zweitplatzierte
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Die Deutschen sind in Sachen Online-Shopping vorne dabei: Pro Kopf gaben deutsche Verbraucher 654,84 Euro beim Einkauf im Internet aus. Damit liegt Deutschland beim Online-Einkauf aber an zweiter Stelle. Platz eins belegen die internetaffinen Briten, die pro Person Waren im Wert von umgerechnet 964,74 Euro bestellten. Auf Platz drei landen die Franzosen mit 553,23 Euro.

Was wird am meisten gekauft?
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Am meisten werden Elektronik, Mode und Haushaltsbedarf per Mausklick gekauft. 18,8 Millionen von mydealz vermittelte Konsumenten kauften Fernseher, Smartphones oder Spielekonsolen im Netz. Im Vergleich zu 2014 legte der Online-Handel mit Elektroprodukten damit um 4,3 Prozent zu. 9,7 Millionen (Anstieg um 11,3 Prozent) shoppten Schuhe, Jeans oder Pullover online und 7,7 Millionen Verbraucher (Anstieg um 18,2 Prozent) entschieden sich für Waren wie Geschirr, Handtücher oder Küchenmesser.

Lebensmittel im Internet
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Bislang erledigen nur Briten und Franzosen ihre Wochenendeinkäufe vom Schreibtisch aus. Doch auch deutsche Verbraucher schieben nicht mehr länger Einkaufswagen durch Supermärkte. Lebensmittel rangieren bei mydealz.de 2015 erstmals unter den Top Fünf der am stärksten nachgefragten Produkte.

Obst und Gemüse per Klick
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Insgesamt kauften 2,87 Millionen Konsumenten Kaffee, Schokolade, Wein oder Spirituosen im Internet. Während die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 24,5 Prozent (2014: 1,1 Milliarden) gestiegen ist, rechnet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit einem Wachstum von mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr 2024.

Einsatz von mobilen Endgeräten
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31,6 Prozent der 275 Millionen Besucher, die sich 2015 mithilfe von mydealz.de über Angebote von Online-Shops und lokalen Händlern informiert haben, riefen das Portal über mobile Endgeräte auf — 6,6 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Der Einkauf über Smartphones und Tablets verdoppelte sich sogar.

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