Amazon, Sears und Walmart
Tödliche Spielzeugwaffen

Ende der realen Spielzeugpistolen: Amazon, Sears und Walmart einigen sich mit der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft und verkaufen keine zu realistisch aussehenden Spielzeugwaffen mehr in dem US-Bundesstaat.
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New YorkDer Fall erregte weltweit Schlagzeilen: Polizisten erschossen im Herbst 2014 den zwölfjährigen Tamir Rice in einem Park in Cleveland. Die Gesetzeshüter hatte seine Spielzeugwaffe für echt gehalten.

Laut US-Richtlinien müssen Spielzeugwaffen eine orange Markierung an der Spitze haben. Aber zahlreiche Bundesstaaten wie Florida, New York oder Ohio erließen daraufhin Gesetze, die weiter gingen und einen Vertrieb von solchem Spielzeug erschweren oder untersagen. So dürfen sie in New York nicht schwarz und blau sein oder nach Silber und Aluminium aussehen.

Jetzt einigten sich die größten US-Einzelhändler mit dem New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman darauf, realistisch anmutende Spielzeugwaffen nicht mehr in New York zu veräußern. Laut der Behörde verkaufen Amazon, Sears und Walmart von 2012 bis 2014 insgesamt 6400 Spielzeugwaffen, die nicht den Vorschriften entsprachen, und zahlen jeweils eine Strafe von mehr als 300.000 Dollar.

Seit 1994 hat es allein im New Yorker Bundesstaat 63 Schießereien gegeben, bei denen eine Spielzeugwaffe beteiligt war. Acht davon endeten tödlich. Amazon verkaufte die Spielzeugwaffen nicht selbst. Vielmehr waren es Händler auf dem virtuellen Amazon-Marktplatz, die den Verstoß begangen. Daher fiel die Strafe für Amazon gering aus, anders als bei Walmart. Der größte US-Einzelhändler hatte drei Spielzeugwaffentypen von seiner Firmen-Website nach New York verschifft, die nicht den gesetzlichen Auflagen entsprachen.

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York

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