Amazon und Alibaba: Das Duell der Handelsgiganten

Amazon und Alibaba
Das Duell der Handelsgiganten

Während Jack Mas Alibaba an der Börse einbricht, schießt Jeff Bezos‘ Amazon nach oben. Mit dem Comeback des Onlinehändlers hatte niemand gerechnet. Doch wer wird das Rennen gewinnen?
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San FranciscoEs ist der Kampf der Giganten: Jack Ma gegen Jeff Bezos. Die erste Runde ging mit einem phantastischen Börsengang mit immensen Kurssteigerungen im September an Ma, den Börsenneuling und –liebling aus China. Dagegen der Altmeister aus Seattle, der am liebsten Geld verliert, um irgendwann mal Geld zu gewinnen. Und der weiß zu kämpfen. Amazon-Chef Jeff Bezos holte völlig unerwartet gute Zahlen aus dem Zauberhut. Die Weihnachtsrunde geht an Amazon.

Das Gute vorweg: Amazon hat Geld verdient im abgelaufenen Quartal. Das ist wahrlich nicht immer der Fall und die Börse ist verwirrt. Immerhin 214 Millionen Dollar netto blieben hängen. Im Vorjahresquartal waren es zwar noch 239 Millionen Dollar, es geht also abwärts. Doch das ist nichts verglichen mit dem dritten Quartal 2014, in dem Chef und Gründer Jeff Bezos seine Aktionäre mit einem Nettoverlust von 437 Millionen Dollar verschreckt hatte. Zur gleichen Zeit spricht alle Welt nur noch über Alibaba: den Börsengang des hochprofitablen Handelsgiganten aus China, der den westlichen Cyberspace erobern will.

Jetzt lüftet Bezos im Gegenzug ein wenig den Vorhang und zeigt, dass er auch anders kann, wenn er denn will. Er hält die Investitionen etwas zurück und lässt Ruhe an der Börse einkehren. Vorausgesagt hatte er im Oktober zum Beispiel für das Weihnachtsquartal ein operatives Ergebnis zwischen Minus 570 Millionen und Plus 430 Millionen Dollar. Tatsächlich wies er jetzt mit einem satten Plus von 590 Millionen Dollar ungewöhnlich viel mehr aus. Am Ende stand dann ein Gewinn pro Aktie von 0,45 Cent. Wieder weniger als im Vorjahr mit 51 Cent, aber deutlich mehr als die traumatisierten Analysten mit 0,17 Cent erwartet hatten. Das scheint zumindest genau das zu sein, was die Aktionäre sehen wollten. Es gibt scheinbar einen „Gewinnschalter“, den Bezos nur umlegen muss, damit das Geld sprudelt. Der Trick zeigt Wirkung. Der Lohn: Die Aktie schoss nachbörslich um über zehn Prozent in die Höhe.

Da gefriert dem anderen Zauberer des Onlinehandels das Grinsen im Gesicht. Ma legte für Alibaba am gleichen Tag ein Umsatzplus von 40 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar vor. Pro Aktie quetscht er mit 81 Cent fast doppelt so viel Gewinn aus dem Umsatz wie Bezos. Insgesamt netto 965 Millionen Dollar, allerdings, so wie bei Amazon, weniger als im Vorjahr. Was hält die Wall Street davon? Wenig, es ging krachend um neun Prozent abwärts auf 89,81 Dollar.

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  • Wer unter den Marktgegebenheiten in Q4/2014 (hohe - poltische - Unsicherheit an den Märkten mit z.T. extremer Volatilität und Tages-Ranges) fette Erträge anzweifelt, hat Investmentbanking/Börsenhandel einfach nicht verstanden. Wer unter solchen Marktumständen nicht satt Geld verdient, sollte seinen Laden dicht machen.

    Die Formel ist ganz einfach: Je extremer o.g. Kriterien sind, umso mehr wird sich die Taschen vollgemacht. Fertig.


    Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.


    Ralph

    Investmentbanker (CFA, Eurex- und Xetra-Lizenz)
    - selbst. Börsenhändler -
    Algo- und System-Trading

    Handelsbuch mit 5,0 Mio. € Handelslimit, genehmigt durch die hinterlegte Sicherheit in physischen Gold auf dem Margin-Konto

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