Amazon und Alibaba

Zalando vertreibt Eigenmarken über Konkurrenten

Mehr als 10.000 Produkte bietet der Online-Modehändler Zalando unter Eigenmarken an. Die gibt es nicht nur im eigenen Shop zu kaufen: Für weitere Verbreitung setzt der Konzern auch auf Konkurrenzportale wie Amazon.
Seit 2010 hat Zalando 17 eigene Modemarken im Angebot, die es nicht nur im eigenen Shop zu kaufen gibt. Quelle: Reuters
Zalando-Label

Seit 2010 hat Zalando 17 eigene Modemarken im Angebot, die es nicht nur im eigenen Shop zu kaufen gibt.

(Foto: Reuters)

BerlinEuropas größter Online-Modehändler Zalando kooperiert für die Expansion seiner Eigenmarken mit der Konkurrenz. Sowohl über den weltgrößten Versandhändler Amazon.com als auch den britischen Online-Anbieter Asos würden hauseigene Kreationen vertrieben, sagte der Chef der Zalando-Tochter Zlabels, Jan Wilmking, in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Auch mit Tmall, einer Tochter des chinesischen Alibaba-Konzerns, arbeite man zusammen. „Wir wollen die Marken außerhalb von Zalando stärken“, begründete Wilmking den Vorstoß. „Deshalb haben wir angefangen, sie auch auf anderen Plattformen zu verkaufen.“ Vorläufig bleibt das auf wenige Länder beschränkt: Amazon etwa bietet die Produkte auf seiner US-Seite an.

Zlabels entwickelt seit 2010 von Berlin aus 17 eigene Modemarken wie Anna Field, Kiomi oder Pier One – insgesamt mehr als 10.000 Produkte pro Saison, von Schals bis Schuhen. „Unser Anteil am Gesamtumsatz von Zalando liegt bei zehn bis 20 Prozent“, sagte Wilmking. Knapp drei Milliarden Euro setzte das im MDax gelistete Mutterunternehmen im vergangenen Jahr insgesamt um. „Wir wollen parallel zu Zalando wachsen“, betonte er. „Das bedeutet 20 bis 25 Prozent Umsatzplus pro Jahr.“

Die Marken von Zlabels seien ein wichtiger Bestandteil von Zalando, „vor allem in den Einstiegspreislagen“. Zalando selbst hat etwa 1500 fremde Marken im Programm – von Adidas bis Hugo Boss. Die Gefahr, dieses Geschäft durch hauseigene Labels zu beschädigen, sieht Wilmking nicht: „Wir haben das Potenzial, unsere Marken größer und stärker zu machen. Die Chance überwiegt das Risiko, dass wir durch Kannibalisierung weniger attraktiv werden.“

Das kauften Verbraucher 2015 im Internet
Online-Handel
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Bequem vom Sofa aus rund um die Uhr shoppen: Online einkaufen gewinnt seit langem an Beliebtheit und auch in diesem Jahr hielt der Wachstumstrend an. 52,8 Milliarden Euro – so viel haben Verbraucher einer Prognose des Centre for Retail Research zufolge 2015 für Bestellungen im Internet ausgegeben. Das Schnäppchen-Portal mydealz.de hat 60 Millionen von ihm im Jahresumlauf vermittelte Transaktionen unter die Lupe genommen. Auf diese Weise haben die Experten ermittelt, welche Produkte besonders hoch in der Gunst der Konsumenten standen, wann sie am meisten online einkauften, und wie sehr mobile Endgeräte zum Umsatz beigetragen haben.

Quelle: mydealz.de/Centre for Retail Research

Der Umsatz steigt
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Der Umsatz für Online-Händler ist in diesem Jahr deutlich gestiegen, nämlich 23,1 Prozent gegenüber 2014. Somit trugen Internetkäufe 11,6 Prozent zum gesamten Handelsumsatz bei.

Deutsche als Zweitplatzierte
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Die Deutschen sind in Sachen Online-Shopping vorne dabei: Pro Kopf gaben deutsche Verbraucher 654,84 Euro beim Einkauf im Internet aus. Damit liegt Deutschland beim Online-Einkauf aber an zweiter Stelle. Platz eins belegen die internetaffinen Briten, die pro Person Waren im Wert von umgerechnet 964,74 Euro bestellten. Auf Platz drei landen die Franzosen mit 553,23 Euro.

Was wird am meisten gekauft?
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Am meisten werden Elektronik, Mode und Haushaltsbedarf per Mausklick gekauft. 18,8 Millionen von mydealz vermittelte Konsumenten kauften Fernseher, Smartphones oder Spielekonsolen im Netz. Im Vergleich zu 2014 legte der Online-Handel mit Elektroprodukten damit um 4,3 Prozent zu. 9,7 Millionen (Anstieg um 11,3 Prozent) shoppten Schuhe, Jeans oder Pullover online und 7,7 Millionen Verbraucher (Anstieg um 18,2 Prozent) entschieden sich für Waren wie Geschirr, Handtücher oder Küchenmesser.

Lebensmittel im Internet
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Bislang erledigen nur Briten und Franzosen ihre Wochenendeinkäufe vom Schreibtisch aus. Doch auch deutsche Verbraucher schieben nicht mehr länger Einkaufswagen durch Supermärkte. Lebensmittel rangieren bei mydealz.de 2015 erstmals unter den Top Fünf der am stärksten nachgefragten Produkte.

Obst und Gemüse per Klick
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Insgesamt kauften 2,87 Millionen Konsumenten Kaffee, Schokolade, Wein oder Spirituosen im Internet. Während die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 24,5 Prozent (2014: 1,1 Milliarden) gestiegen ist, rechnet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit einem Wachstum von mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr 2024.

Einsatz von mobilen Endgeräten
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31,6 Prozent der 275 Millionen Besucher, die sich 2015 mithilfe von mydealz.de über Angebote von Online-Shops und lokalen Händlern informiert haben, riefen das Portal über mobile Endgeräte auf — 6,6 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Der Einkauf über Smartphones und Tablets verdoppelte sich sogar.

Durch Kooperationen mit anderen Plattformen sieht Zlabels die Chance, neue Märkte zu erobern. In Europa zählt Zalando bereits Millionen Kunden. „Wir sind inzwischen mit unserer Marke Anna Field im US-Angebot von Amazon vertreten und testen gerade, wie wir das Ganze auch in Europa umsetzen können“, sagte der Manager. „Das Gleiche machen wir mit mehreren Marken auch in China, dort sind wir auf Tmall aktiv.“

Um die Kooperationen zu fördern, baut Zlabels eine eigene technologische und logistische Infrastruktur auf. „Um auf anderen Kanälen zu verkaufen, müssen wir unsere Produkte selber verwalten“, sagte Wilmking. „Dafür brauchen wir eine eigene Lagerhaltung, und diese bauen wir gerade in Peine bei Hannover mit knapp 45.000 Quadratmetern auf.“

  • rtr
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