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Verdi will Versandhändler um Weihnachten lahmlegen

Das dritte Jahr infolge will Verdi das Weihnachtsgeschäft bei Amazon bestreiken. Die Gewerkschaft plant im Tarifstreit „überraschende Aktionen“ an mehreren Standorten des Versandkonzerns in Deutschland.
Update: 18.11.2015 - 11:11 Uhr
Verdi plant auch in diesem Weihnachtsgeschäft Streiks beim US-Versandkonzern Amazon. Quelle: dpa
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Verdi plant auch in diesem Weihnachtsgeschäft Streiks beim US-Versandkonzern Amazon.

(Foto: dpa)

LeipzigDie Gewerkschaft Verdi plant auch in diesem Weihnachtsgeschäft Streiks beim US-Versandkonzern Amazon. Das sagte Verdi-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago der Deutschen Presse-Agentur in Leipzig. Wann und in welchen der neun Logistikzentren in Deutschland demnächst gestreikt werden soll, wolle die Gewerkschaft nicht vorab bekanntgeben. Mit überraschenden Aktionen solle die Wirksamkeit der Streiks erhöht werden. „Ich gehe aber fest davon aus, dass nicht nur in Leipzig gestreikt wird“, sagte Lauenroth-Mago.

Schon in den vergangenen beiden Jahren hatte es Arbeitsniederlegungen von Teilen der Amazon-Belegschaft im Weihnachtsgeschäft gegeben. Der US-Konzern gab sich stets unbeeindruckt und betonte, dass die Kunden wie gewohnt beliefert wurden.

Verdi will bei Amazon einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Der Online-Händler lehnt das ab. Er sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des in der Branche üblichen.

Auch wenn sich Amazon der Aufnahme von Tarifverhandlungen verweigere, hätten die Streiks etwas bewirkt, sagte Lauenroth-Mago. „Amazon bewegt sich in der Hinsicht, dass sie bestimmte tarifliche Entwicklungen nachvollziehen.“ Erst im September seien die Löhne erhöht worden - und zwar etwa in dem Umfang wie im Einzelhandel auch.

Sorgen, dass Amazon wegen des seit mehr als zwei Jahren andauernden Arbeitskampfes abwandern könnte, habe Verdi nicht. „Deutschland bietet optimale Bedingungen für das Geschäft, das Amazon betreibt.“ Hier passe die Infrastruktur. „Das kann man nicht beliebig verlagern.“

Das kaufen die Deutschen im Netz
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Äpfel, Nuss und Mandelkern – kaufen Deutsche übers Internet nur ungern. Bei Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs sind sie besonders skeptisch. Lediglich 15 Prozent der Befragten haben schon mal derartige Produkte bei Lidl, Rewe und Co. online bestellt. Quelle: Für die Studie hat das Statistische Bundesamt im April und Mai des vergangenen Jahres 12.000 Haushalte und die in diesen Haushalten lebenden Personen befragt.

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Auch bei Telekommunikationsdiensten wie DSL- oder Handyverträgen sind die Deutschen zurückhaltend (25 Prozent).

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Zudem werden Arzneimittel aus Versandapotheken im Internet vergleichsweise wenig nachfragt – 28 Prozent.

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Dagegen haben 31 Prozent der Befragten schon einmal Videospiele, Software, Hardware und anderes Computer-Zubehör im Netz bestellt. Sie eint der neunte Platz in der Rangliste.

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Elektroartikel werden zwar weitestgehend immer noch im Fachmarkt verkauft. Doch 37 Prozent ordern ihre Batterien, Kopfhörer oder Kaffeemaschinen bereits per Mausklick.

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Klassische Videotheken sterben aus. Stattdessen beschaffen sich 38 Prozent der Deutschen ihre Lieblingsfilme sowie Musik online.

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Wer Konzerttickets sucht, schaut häufig im Netz nach. Eintrittskarten für Veranstaltungen ordern bereits 43 Prozent der Deutschen online.

Amazon betreibt in Deutschland neun Versandzentren in Leipzig, Graben bei Augsburg, Rheinberg, Werne, Pforzheim, Koblenz, Brieselang und zwei in Bad Hersfeld. Dort arbeiten nach Unternehmensangaben rund 11 000 festangestellte Mitarbeiter. Dazu kommen im Weihnachtsgeschäfte mehrere Tausend Saisonkräfte. Der US-Konzern hat inzwischen auch große Logistikstandorte in den Nachbarländern Polen und Tschechien eröffnet.

  • dpa
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