American Apparel agiert unabhängig vom Textil-Streit
Ein T-Shirt aus dem Westen

"Amerikanische Kleidung“, so die einfache Übersetzung des Firmennamens, steht für eine industrielle Revolution. Anders als in der Bekleidungsbranche üblich und für ein Hochlohnland typisch, fertigt American Apparel ausschließlich in den USA - und bald auch in Europa.

Dov Charney hat es getan. Nicht zum ersten Mal und wohl auch nicht zum letzten Mal. Der US-Unternehmer des Jahres 2004 hat sich ausgezogen. Auf den Plakaten seines Modekonzerns American Apparel trägt der 36-jährige Kanadier mit dem breiten Schnauzbart nur noch Unterhose. Eine pinke mit weißen Nähten und Eingriff. Es ist ein ungewöhnlicher Auftritt – auch für ein so ungewöhnliches Unternehmen wie American Apparel.

„Amerikanische Kleidung“, so die einfache Übersetzung des Firmennamens, steht für eine industrielle Revolution. Anders als in der Bekleidungsbranche üblich und für ein Hochlohnland typisch, fertigt American Apparel ausschließlich in den USA. „Made in Downtown LA“ steht auf den Etiketten der T-Shirts, Unterhosen und Kapuzensweater. Mit 4 000 Beschäftigten ist das Werk die größte Kleiderfabrik der USA.

Mit seiner T-Shirt-Manufaktur in einem Land, das wie Deutschland über 90 Prozent seiner Kleider aus Asien und Anrainerstaaten wie Mexiko importiert, ist Charney eine Ausnahmeerscheinung. Vergleichbar etwa mit dem Deutschen Wolfgang Grupp, der T-Shirts und Tennis-Bekleidung seiner Marke Trigema zu 100 Prozent in Baden-Württemberg fertigen lässt.

Der seit Monaten schwelende Textilstreit zwischen den USA und der Europäischen Union einerseits und China andererseits kratzt Charney folglich nicht: „American Apparel ist unabhängig. Vom Stofflager über die Näherei bis zum Versand ist bei uns alles unter einem Dach und einem Chef“. Und damit nicht genug. Die meist ungelernten Arbeiter verdienen im Akkord durchschnittlich das dreifache des US-Mindestlohns von 5,15 Dollar.

„Wir versuchen, den Mythos des T-Shirts als Symbol von Freiheit und westlicher Kultur wieder auferstehen zu lassen“, sagt Charney in einem Telefoninterview. Die „amerikanischen Kleider“ sind schlicht im Schnitt, stets unifarben, ohne Applikationen, aus erstklassiger Baumwolle und kosten nicht viel mehr als die Basics bei Konkurrenten wie Gap oder H&M. „Jeder soll sich American Apparel leisten können“, erklärt der Spross einer kanadischen Künstlerfamilie.

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