Amerika-Geschäft
Fresenius und FMC heben die Prognose an

Neue Freude im Amerika-Geschäft: Der Gesundheitskonzern Fresenius steigert sein Ergebnis um ein Drittel und erhöht erneut die Prognose. MAßgeblich dafür verantwortlich ist das Nordamerika-Geschäft. Auch die Kliniktochter Helios erwartet mehr Gewinn.
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FRANKFURT. Weil die Geschäfte der US-Generikatochter APP Pharmaceuticals viel besser laufen als erwartet, hat der Gesundheitskonzern Fresenius in diesem Jahr zum zweiten Mal seine Prognose erhöht. Das Konzernergebnis 2010 soll nun währungsbereinigt um 20 Prozent steigen. Zuletzt hatte man in Bad Homburg eine Steigerung von zehn bis 15 Prozent angekündigt.

Der Dax-Konzern Fresenius hält einen maßgeblichen Anteil an dem ebenfalls im Dax notierten Dialysekonzern Fresenius Medical Care. Zum Unternehmen gehören auch die Klinikkette Helios und der Krankenhausdienstleister Vamed. An der Börse kam die Prognoseanhebung gut an, die Titel von Fresenius führten die Liste der Dax-Gewinner mit einem Plus von zeitweise drei Prozent an. Analysten bewerteten die Quartalzahlen als exzellent.

Fresenius hatte APP, einen Herstellern von Nachahmermedizin, die intravenös verabreicht wird, im Sommer 2008 für 4,9 Mrd. Dollar gekauft, um seine Ernährungs- und Infusionssparte Kabi zu stärken. Im vergangenen Jahr blieb APP bei Produktneueinführungen hinter den Erwartungen zurück und verdiente auch seine Finanzierungskosten nicht.

In diesem Jahr hat sich das Blatt gewendet: APP soll nun positiv zum Ergebnis pro Aktie von Fresenius beitragen, kündigte Fresenius-Chef Ulf Schneider gestern an. Das Unternehmen hat seit Jahresanfang in den USA sechs Zulassungen erhalten, steigerte den Umsatz um 35 Prozent auf 853 Mio. Dollar und den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 43 Prozent auf 284 Mio. Dollar. Der hohe Gewinn aus Nordamerika treibt auch die Marge der gesamten Unternehmenssparte Kabi nach oben. Mit aktuell 20,5 Prozent Ebit-Marge ist Kabi bei Fresenius der mit Abstand profitabelste Unternehmensbereich. Auch das klassische Geschäft mit künstlicher Ernährung läuft gut.

Wechsel der Rechtsform

Insgesamt konnte Fresenius seinen Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 13 Prozent auf 10,4 Mrd. Euro steigern. Währungseffekte hatten dabei einen positiven Einfluss von drei Prozent. Der Konzerngewinn stieg um 19 Prozent (währungsbereinigt 15 Prozent) auf knapp 1,8 Mrd. Euro. Der Nettogewinn erhöhte sich um 35 Prozent (währungsbereinigt 30 Prozent) auf 495 Mio. Euro.

Auch die Zahlen des Tochterkonzerns Fresenius Medical Care wurden von Analysten als gut bewertet. Das Dialyse-Unternehmen, das den Großteil seines Geschäfts in den USA macht und in Dollar bilanziert, konnte den Umsatz in den ersten neun Monaten um acht Prozent auf 8,9 Mrd. Dollar steigern. Das Konzernergebnis erhöhte sich um zehn Prozent auf 707 Mio. Dollar – unter anderem dank höherer Vergütungen für die Dialysebehandlung in Nordamerika.

Steigende Patientenzahlen ließen den Klinikkonzern Helios in den ersten neun Monaten um vier Prozent auf 1,8 Mrd. Euro Umsatz wachsen. Das Unternehmen erhöhte seine Prognose für das laufende Jahr leicht und erwartet nun 230 bis 235 Mio. Euro Gewinn. Helios hat von den zwölf Krankenhäusern, die in diesem Jahr in Deutschland zum Verkauf gestellt wurden, den Zuschlag für das Kreiskrankenhaus im niedersächsischen Helmstedt erhalten.

Der Konzern Fresenius SE will, wie im Frühjahr angekündigt, seine Rechtsform in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umwandeln und Vorzugsaktien und Stammaktien zu einer einheitlichen Aktiengattung verschmelzen. Gegen den entsprechenden Beschluss der Hauptversammlung hatten Aktionäre geklagt. Deswegen strebt Fresenius per Gerichtsentscheid ein so genanntes Freigabeverfahren des Rechtsformwechsels an. Bisher gibt es noch keinen Gerichtbeschluss, Fresenius erwartet ihn aber noch in diesem Jahr. Die Umwandlung könnte sich damit bis in das neue Jahr verzögern.

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