Amerikanische Fluggesellschaften fordern erneut Zugeständnisse bei Löhnen und Arbeitszeiten
US Airways kämpft gegen zweite Insolvenz

Die siebtgrößte amerikanische Fluggesellschaft US Airways versucht, mit neuen Vorschlägen an ihre Gewerkschaften den unmittelbar drohenden zweiten Gang zum Insolvenzrichter zu vermeiden. Die Piloten und Stewardessen sollen mehr Stunden für das gleiche Geld fliegen.

je/dpa PORTLAND. Damit sollen die Kosten deutlich gesenkt werden, ohne dass die Mitarbeiter auf Einkommen verzichten. Insgesamt fordert US Airways von den Beschäftigten Einsparungen von 800 Mill. Dollar. Dies ist Teil eines Restrukturierungsplans, der die Kosten um 1,5 Mrd. Dollar drücken soll.

Die Gewerkschaften haben sich bisher geweigert, zusätzliche Tarifzugeständnisse zu machen. Sie hatten bereits in zwei Etappen Konzessionen von rund 1,9 Mrd. Dollar gemacht. US Airways hatte erst im April vergangenen Jahres den Gläubigerschutz nach Artikel 11 des US-Insolvenzrechts verlassen.

Fast alle großen US-Fluggesellschaften stecken derzeit in einer Existenzkrise. Die Zahl der Passagiere ist in den vergangenen drei Jahren deutlich zurückgegangen – eine Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001, der Lungenepidemie SARS und des Golf-Krieges. Und auch die Billigkonkurrenz in den USA macht den etablierten Anbietern wie United Airlines, Delta Air Lines, American Airlines, US Airways und Continental schwer zu schaffen. Diese sind mit ihren Kostenstrukturen und Streckennetzen aus besseren Zeiten nicht mehr wettbewerbsfähig.

In den vergangenen drei Jahren verloren US-Fluggesellschaften insgesamt mehr als 30 Mrd. Dollar. United fliegt unter dem Schutz des Insolvenzrechtes, Delta plant eine drastische Reorganisation, um die Insolvenz zu vermeiden.

Obwohl sich die Zahl der Fluggäste mittlerweile erholt hat, rechnet die Branche für 2004 mit über drei Mrd. Dollar Verlust. Grund für die Misere sind steigende Treibstoffkosten, höhere Sicherheitsaufwendungen und weniger Geschäftsreisende mit der Bereitschaft, für Markennamen, besseren Service und landesweite Verbindungen mehr zu zahlen. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen besteht überwiegend aus Privatreisenden, und die bevorzugen Billigflieger wie Jet Blue, Southwest, America West oder Frontier.

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