Analyse
RWE braucht dickeres Polster

Der Vorstandsvorsitzende des Essener Energiekonzerns RWE, Harry Roels, dürfte im Frühjahr neidisch nach Düsseldorf geblickt haben. Wulf Bernotat, Chef des Konkurrenten Eon, verkündete stolz, sein Unternehmen sei nach Jahren der Konsolidierung wieder zu großen Zukäufen bereit.

Anfang September ließ er Taten sprechen. Eon bestätigte sein Interesse an Scottish Power. Wert des Unternehmens: ansehnliche 15 Milliarden Euro.

Roels dagegen muss sich einstweilen mit kleinen und mittelgroßen Akquisitionen begnügen. Mit der geplanten Abspaltung der Wassersparte Thames Water könnte er sich aber den Freiraum schaffen, künftig auch wieder bei großen Übernahmen mitzumischen. Noch sind die Pläne nicht in trockenen Tüchern. Roels will das Wassergeschäft aber ausgliedern und schrittweise verkaufen.

Als der Niederländer im Frühjahr 2003, ungefähr zeitgleich mit Bernotat, den Vorstandsvorsitz übernahm, hatte RWE gerade einen einschneidenden Umbau hinter sich. Vorgänger Dietmar Kuhnt hatte den Konzern durch milliardenschwere Zukäufe zum Versorger von Strom, Gas und Wasser sowie zum Entsorger gemacht.

Zu einem hohen Preis – vor allem die Wassertöchter Thames Water und American Water Works kosteten zusammen über 13 Milliarden Euro. Die Folge: Den Konzern drückten Schulden von knapp 24 Milliarden. Roels blieb nichts anderes, als einen Gang zurück zu schalten, sich auf Rendite, Kosten und Schuldenabbau zu konzentrieren. Amtskollege Bernotat war in einer komfortableren Lage. Eons Verschuldung lag um rund zehn Milliarden niedriger.

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