Analyse

Das steckt hinter dem Schlecker-Schreiben

Ein wenig trotzig erklären die Schlecker-Kinder nach Monaten des Schweigens: Wir haben viel Geld verloren, aber es ist noch was da. Handelsblatt Online zeigt die größten Widersprüche in dem Schreiben der Schleckers auf.
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Lars und Meike Schlecker, die Kinder von Schlecker-Gründer Anton, vor der Unternehmenszentrale der Schlecker-Drogeriemärkte in Ehingen (Archivbild). Quelle: dpa

Lars und Meike Schlecker, die Kinder von Schlecker-Gründer Anton, vor der Unternehmenszentrale der Schlecker-Drogeriemärkte in Ehingen (Archivbild).

(Foto: dpa)

DüsseldorfSeit Meike Schlecker, Tochter des Firmenpatriarchen Anton Schlecker, am 23. Januar mit Schweißperlen auf der Stirn vor den Kameras saß und verkündete: „Es ist nichts mehr da“ wurde viel darüber diskutiert, was das im Fall der Schleckers heißt. Monatelang schwieg die Familie, heute gaben Meike und Lars Schlecker eine schriftliche Stellungnahme ab: Wirklich Neues steht darin nicht und die größten Widersprüche schafft die Familie nicht aus der Welt – ganz im Gegenteil.
Wenn man die Stellungnahme liest könnte man fast meinen, die Familie habe nichts aus der Pleite gelernt:

Analyse (1): Es ist das erste Mal, dass die Schleckers öffentlich ihr Bedauern darüber ausdrücken, dass 25.000 Angestellte des Drogeriehändlers ihre Arbeit verlieren. Im gleichen Atemzug loben sie die Personalpolitik des Unternehmens. Fakt ist aber: Bis 2010 hat Schlecker viele Mitarbeiter zu schlechten Konditionen beschäftigt, zahlte unter Tarif oder kündigte Mitarbeiter und stellte sie über Leiharbeitsfirmen wieder ein. In den Jahren 2009 und 2010 betrieben die Schlecker-Kinder die Firma Meniar – Menschen in Arbeit. Über die Leiharbeitsfirma wurden die gekündigten Schlecker-Mitarbeiter für die Hälfte ihres bisherigen Gehaltes bei Schlecker weiterbeschäftigt.

Analyse (2): Vor neun Tagen allerdings blickte Anton Schlecker noch von Seite eins der „Bild“-Zeitung - am Steuer eines Porsche. Das Blatt hatte ihn tags zuvor vor seiner Villa fotografiert, als er vorbeibrauste. Da stellt sich die Frage: Was soll man den Schleckers noch glauben?

Richtig ist eigentlich, dass Anton Schlecker kein Vermögen mehr hat. Da er sein Unternehmen als „eingetragener Kaufmann“ führte, haftet er auch mit seinem Privatvermögen für die Pleite. Zudem hat Schlecker schon in den Jahren 2004 bis 2011 rund 650 Millionen in die Firma stecken müssen – das entspricht der Summe der Verluste, die er in diesem Zeitraum angehäuft hat.

Die Familie hat ein stattliches Vermögen
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25 Kommentare zu "Analyse: Was hinter dem Schreiben der Schlecker-Kinder steckt"

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  • @ Experte:Danke für Deine realistische, auf den Punkt gebrachte, Beurteilung der Schleckerlage. Genau so sieht`s aus und genauso war`s, und nun den Schleckerfrauen (wie sich das schon so abwertend anhört...!) die ganze Schuld für diese Pleite zu geben ist einfach nur frech. Hätte jeder der Schlipsträger in den oberen Etagen der Schleckerfiliale seinen Job so gemacht wie die, die das allerletzte Glied in der Hierarchie bei AS waren, dann gäbe es AS mit Sicherheit noch. Man muss nicht studiert haben um zu sehen, was man verändern,ergänzen und erneuern muss, damit die Kunden nicht ausbleiben und vermehrt wieder in die Läden kommen. Das erkennt man auch mit gesundem, "einfachem" Menschenverstand. Der Grat zwischen "Genie" und "Wahnsinn" eines solchen Unternehmers ist sehr sehr schmal. Er h ä t t e der größte Drogerieunternehmer werden können, aber durch seine Sturheit, sein an alten Strukturen festhaltendes Denken und Handeln, sein Größenwahn, nach Schneeballsystem immer neue, unrentable Läden zu eröffnen usw hat ihm letztendlich das Genick gebrochen. Schade für die vielen Mitarbeiter!

  • Natürlich ist es schade, dass jetzt alle MA ihren Job verlieren. Aber auf der anderen Seite bin ich froh, dass dieser sog. „Unternehmer“ jetzt endlich pleite geht. Dies kommt auch nicht ganz unerwartet und war bereits seit längerem auch absehbar. Ein richtiger Unternehmer hätte die Zeichen der Zeit bereits frühzeitig erkannt, bestehende Trends und das kleine Einmaleins des Einzelhandels nicht einfach ignoriert, sondern all sein Denken und Handeln auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet. Aber was will man von solchen Leuten erwarten? Das tolle “Management“, mit den sog. „ Direktoren“ (ich lach mich kaputt!!) oder den eingesetzten „Geschäftsführern“ (lol), die letztendlich nur einfache Handlanger von AS sind und sich vor ihm permanent in die Hose machen! Aber den normalen MA gegenüber den großen Macker raushängen lassen mit Schikanen und Bespitzelungen etc. Das hat man davon, wenn AS nur auf sog. Eigengewächse setzt. Wo soll denn das Wissen und die Innovationen herkommen? Von dem bestehenden „Management“ bestimmt nicht, wenn sogar die Geschäftskorrespondenz mit Schreibfehlern gespickt ist und einfachste im Handel übliche Sachverhalte für derartige Leute erst einmal ausführlichst erklärt werden müssen!
    Die Konsequenz ist genau das was wir jetzt sehen. Die Pleite! Derartige „Manager“ sollen auch pleite gehen. Sie haben es nicht anders verdient. Deutschland braucht richtige Manager. Manager, die eine Firma mit Verstand und Gewissen führen und nicht wie die größten Witzfiguren aller Zeiten!

    Der Experte

  • Der gute Anton Schlecker hat Arbeitsplätze für die ach sodummen Hilfsarbeiterfrauen geschaffen, was war der Mann doch so großzügig. Hat diesen armen Frauen Wasser und Brot zum Leben geschenkt! Hallo, geht`s eigentlich noch? Diese Schleckerfrauen, über die hier größtenteils geringschätzig geschrieben wird, haben mit ihrer Hände Arbeit einen erheblichen Anteil daran gehabt, dass es die Firma überhaupt soweit geschafft hat. Wer hat denn in den Läden gestanden und schwer körperlich gearbeitet? Habt Ihr die Ihr so ablästert, schon mal gesehen, wie so ein Hauptliefertag bei Schlecker ablief, wenn 15 schwer beladene Container angeliefert wurden und die Frauen, größtenteils immer allein waren?? Hebt mal riesige Packkisten von 2,50 m alleine herunter, und dann neben dem Auspacken auch die Kunden beraten, zu den Artikeln hinführen, Kassieren, hin- und herflitzen, und bis am Mittag sollte dann die ganze Ware auch schon verräumt sein, sonst konnte man eine Abmahnung erhalten, haha! Oder die ständigen Bespitzelungen, Schikanen. Wie fühlt man sich, wenn man jeden Abend als Dieb hingestellt wird und seine Tasche vorzeigen muss, wenn man durch Ladendetektive beobachtet wird, wenn man vor lauter Arbeit und Stress keine Zeit für Toilettenbesuche hat? Unternehmer sein bedeutet auch, Verantwortung für seine Mitarbeiter zu haben und sie nicht nur als moderne Arbeitssklaven anzusehen. Natürlich muss jeder Arbeitnehmer damit rechnen, dass seine Arbeitskraft nicht mehr benötigt wird. Es kommt aber,in einem ach so zivilisierten Land auch noch ein wenig darauf an, auf welche Art und Weise man das dann durchzieht. Anstand, Moral und Respekt sollten für einen Unternehmer kein Fremdwort sein, schließlich hat er ja für sein in die Frauen investiertes Geld auch etwas bekommen, und zwar ihre Arbeitskraft, ihr Engagement, ihre Motivation,ihre Hingabe für ihren Schleckerladen usw. Ohne die Schleckerfrauen und ihre getane Arbeit hätte Anton Schlecker es nie als Unternehmer so weit geschafft.

  • Deutschland braucht keine Schleckers sondern Unternehmer wie Wolfgang Grupp von trigema. Seine Lebenseinstellung lautet, dass die Familie die Basis des Lebens ist. Und seine Firmenmitarbeiter gehören bei ihm zur Familie. Im Gegensatz dazu war Anton Schlecker immer nur auf sich, seine Frau und seine Kinder fixiert. Seine Mitarbeiter waren für ihn immer nur wie Möbelstücke und Müll, wenn man sie nicht mehr brauchte, dann kamen sie halt auf den Sperrmüll! Wir reden hier von Menschen, nicht von Abfall. Wenn ich diese skrupellosen, egoistischen, menschenverachtenden und kapitalistischen Argumente hier lese, dreht sich mir der Magen um.

  • @youngbanker

    "Das er sein komplettes Vermögen in das Unternehmen steckte und sich durch eine Umfimierung zu einer GmbH nicht er Haftung entzog"

    Dies ist bei schon vorhandener Schieflage nicht so einfach. Vor allem die Kreditgeber koennten sich da querlegen und Kredite sofort faellig werden lassen. Es ist dann schwierig mit reiner Insolvenzmasse eine GmbH zu gruenden ;-)

    Dass er nicht schon in den Anfangsjahren eine andere Rechtsform gewaehlt hat, ist sicherlich schwer nachzuvollziehen. Aber er wird schon einen Grund gehabt haben, warum er dies nicht tat - vielleicht war es finanziell guenstiger, durch billigere Kredite, steuerlich, verwaltungstechnisch.




  • @ stubi: In der Wiwo stand, dass der Insolvenzverwalter Herrn Schlecker vorerst die Nutzung der Autos noch für eine Übergangszeit erlaubt hat, sie werden aber in Kürze ebenfalls zu Gunsten der Masse verwertet.
    Da Herr Schlecker das Unternehmen als eing. Kaufmann führte bleibt ihm persönlich tatsächlich nichts mehr bis auf den Pfändungsfreibetrag. Das er sein komplettes Vermögen in das Unternehmen steckte und sich durch eine Umfimierung zu einer GmbH nicht er Haftung entzog, ist wohl der Grund das man ihm noch ein paar Wochen bis sich Käufer gefunden haben die Autos überlässt und ist ihm finde ich echt zu Gute zu halten, denn so hätte er die 650 Mio behalten können!
    Also relativ gesehen, hat sich Herr Schlecker was die Haftung betrifft sehr ordentlich verhalten.

  • Lieber Herr Dutschke Teil 4,

    Bevor Sie solche, fachlich unqualifizierte, Artikel veröffentlichen, sollten Sie sich erst mal ein fundiertes wirtschaftliches und geschichtliches Wissen aneignen. Auch sollten Sie den Grundsatz beherzigen, dass der Bauer nichts mehr erntet, wenn er sein Saatgut verzehrt. Eine Kuh, die man aus Blödheit schlachtet, kann niemals mehr gemolken werden; das hat mit Wohlstand sichern nichts mehr zu tun. Sie haben noch nicht kapiert, dass hier ein europaweiter Enteignungsprozess von Millionen stattfindet zu Gunsten einer pseudo-elitären Minderheit von betrügerischen Steuerhinterziehern und korrupten Politbonzen.

    Der reiche Grieche vom Genfersee
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Der-reiche-Grieche-vom-Genfersee/story/12013534

    Griechenland: Spargroschen und Steuermilliarden: Euro-Kapitalflucht ins Ausland
    Link: http://mediathek.daserste.de/sendung-verpasst/10867266_weltspiegel/10867304_griechenland-spargroschen-und-steuermilliarden-

    Nicht einmal die Überschrift Ihres Artikels ist zielführend; wahrlich es handelt sich um eine „Flucht“, jedoch um eine kopf-und hirnlose; diese „Flucht“ führt uns Europäer auch nicht nach vorne, sie führt uns alle in den Abgrund.
    Das sollten Leute, wie Sie eigentlich wissen. PS: Die Links sollten Sie lesen zur Erweiterung Ihres persönlichen Horizonts.


  • Lieber Herr Dutschke Teil 3,
    All diese Dinge, werden von Ihnen systematisch ignoriert. Sie scheinen einfach nicht zu kapieren, dass Menschen, die sich gegen solche antidemokratischen Tendenzen zur Wehr setzen und sich nicht mit einer Euro-Fehlkonstruktion enteignen lassen wollen, trotzdem gute Europäer sind. Ich behaupte sogar, die besseren Europäer sind, weil sie dafür plädieren, den Einzelstaaten ihre nationalen Identitäten zu belassen. Sie wehren sich dagegen, dass die Völker Europas und ihre nationalen Identitäten, von korrupten Instanzen in eine gleichgeschaltete Fehlkonstruktion diktatorisch gezwungen werden, in dem man diese Völker systematisch in die
    Verarmung treibt und damit existenzielle Abhängigkeiten schafft. Diese korrupten Instanzen besitzen dann noch die Frechheit diese Fehlkonstruktion mit dem großen Wort „Europa“ zu etikettieren und meinen doch nur ihr persönliches undemokratisches Machtkonstrukt.
    Souveränität in der EU: Der wahre Daseinszweck der Union
    http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-wahre-daseinszweck-der-union-1.17244222
    „Der Euro ist die falsche Währung“
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/dirk-mueller-im-interview-der-euro-ist-die-falsche-waehrung/6766776.html

  • Lieber Herr Dutschke Teil 2,

    Sie missachten zudem die Tatsache, dass wir in Brüssel von einer kleinen, nicht demokratisch gewählten Gruppe gesteuert und dominiert werden. Sie erkennen nicht, dass diese Gruppe seit Jahren versucht, ihren Machtbereich systematisch zu erweitern. Dies geschieht mit undemokratischen Winkelzügen, einer betrügerischen Hinterzimmerpolitik und dubiosen, undurchsichtigen Entscheidungen, die in aller Eile und rücksichtslosem Fraktionszwang durch das Deutsche Parlament gepeitscht wird. Wer Bedenken äußert, wird rücksichtslos vom Kanzleramtschef Pofalla höchstpersönlich aufs niederträchtigste „Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen. Ich kann Deine Scheiße nicht mehr hören“... beschimpft und manipulatorisch auf das Übelste unter Druck gesetzt und politisch nieder gemacht. http://www.focus.de/politik/deutschland/pofalla-gegen-bosbach-ich-kann-deine-fresse-nicht-mehr-sehen_aid_670836.html

    Was glauben Sie wohl warum das Bundesverfassungsgericht jüngst zu diesem Urteil gekommmen ist ?

    Bundesverfassungsgericht: Anatomie einer Hintergehung
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/bundesverfassungsgericht-anatomie-einer-hintergehung-11793158.html

    Die UN-Konvention gebietet eine Änderung des deutschen Straftatbestandes der Abgeordnetenbestechung
    http://www.transparency.de/Reformbedarf_des_Straftatbesta.723.0.html
    Die Euro-Krise setzt der Demokratie zu. Europäische Entscheidungen werden getroffen wie einst im Politbüro einer Einheitspartei.
    http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-wie-im-politbuero/6770530.html

  • Lieber Herr Dutschke Teil 1,
    ihr Traumbild in allen Ehren, aber sie leben in einer Traumwelt. Sie zeigen eine bedauernswerte Betriebsblindheit und verweigern sich den traurigen Realitäten in diesem Land.
    Ich möchte jetzt nicht weiter meine wertvolle Lebenszeit damit verschwenden Leuten wie Ihnen auf die Sprünge zu helfen. Sie als Journalist, müssten eigentlich schon lange die verhängnisvolle Richtung erkannt haben die uns von korrupten Politikern aufgezwungen wird. Sollten Sie auch nur mit halb-offenen Augen durch Deutschland und deren Presselandschaft gehen, würden Sie einen solchen Unsinn nicht veröffentlichen; schon gar nicht in einer anerkannten Wirtschaftsfachzeitschrift. Wie so viele, sehen Sie die Dinge nur aus einer sehr, sehr engen politischen Sichtweise. Dabei verleugnen Sie ebenso historische Erkenntnisse. Was glauben Sie wohl, warum ein großer Vielvölkerstaat wie die UdSSR gescheitert sind. Warum ist wohl ein Vielvölkerstaat wie Jugoslawien in einem grausamen Bruderkrieg zerrissen worden. Warum haben sich die Tschechen und Slowaken wieder geteilt. Warum ist das Römische Reich schlussendlich gescheitert. Haben Sie in ihrem Geschichtsunterricht geschlafen?

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