Analyst: Wachsende Verunsicherung der Anleger
Sanierungsrisiken bereiten Karstadt-Aktionären Kopfschmerzen

Bei Karstadt-Quelle rücken nach dem Startschuss für die überlebensnotwendige Kapitalerhöhung zunehmend weitere Sanierungsrisiken in den Blick. Details aus dem Verkaufsprospekt für die neuen Anteilsscheine setzten auch am Mittwoch den Aktienkurs des angeschlagenen Unternehmens kräftig unter Druck.

HB DÜSSELDORF. Jeweils dreistellige Millionenbeträge könnte der Handelskonzern nach eigenen Angaben wegen risikobehafteter Immobilienprojekte und bei diversen Rechtsstreitigkeiten verlieren. Im äußersten Fall könnten diese Verfahren bis zur Zerschlagung der Warenhaus-Sparte führen. Darüber hinaus bestehen Risiken bei der Abdeckung der Pensionsverpflichtungen und bei Forderungen gegenüber Kunden. Dies geht aus dem Verkaufsprospekt für die neuen Anteilsscheine hervor, die im Zuge der Kapitalerhöhung ausgegeben werden.

Die im MDax notierten KarstadtQuelle-Aktien verloren bis zum Nachmittag in einem wenig veränderten Gesamtmarkt 4,7 Prozent auf 7,31 Euro. Analystin Barbara Ambrus von der Landesbank Baden-Württemberg sprach von einer wachsender Verunsicherung der Anleger, obwohl die meisten Risiken seit langem bekannt seien.

„Wenn übliche Risiken wie Vermietungs- oder Forderungsrisiken, die in jedem Unternehmen vorkommen, in der Öffentlichkeit immer wieder neu besprochen werden, kann sich das bei KarstadtQuelle derzeit durchaus auf den Kurs auswirken“, sagte sie. Das ändere aber nichts an ihrer Bewertung des Unternehmens. „Ich gehe unverändert davon aus, dass KarstadtQuelle nicht insolvent gehen wird“, sagte Ambrus.

Ein Konzernsprecher verwies erneut darauf, dass das Unternehmen in dem inklusive Anhang 315 Seiten starken Verkaufsprospekt „alle Möglichkeiten aufführen muss - unabhängig davon, ob sie eintreten“. Wegen Risiken bei fünf Immobilienprojekten, die KarstadtQuelle gemeinsam mit der Oppenheim/Esch-Gruppe entwickle, werde der Handelskonzern zum 31. Dezember 2004 eine Rückstellung von derzeit geschätzten 100 Millionen Euro bilden, heißt es in dem Verkaufsprospekt. Es sei nicht auszuschließen, dass die tatsächlichen Verluste noch höher ausfallen könnten.

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