Analysten loben den Vorstoß überwiegend als logischen Schritt
Hilton Hotels strebt die große Wiedervereinigung an

Das US- Unternehmen Hilton Hotels will die amerikanischen und internationalen Hilton-Häuser nach mehr als vierzigjähriger Trennung wieder unter einem Konzerndach vereinen.

LONDON/DÜSSELDORF. Sie kündigte an, dass sie das Hotelgeschäft der britischen Hilton Group mit 400 Häusern übernehmen wolle. Das britische Unternehmen bestätigte die Gespräche. Damit setzt sich der Trend fort, dass sich US-Hotelkonzerne auf dem europäischen Markt verstärken.

Analysten rechnen damit, dass Hilton Hotels rund sechs Milliarden Dollar bieten müsste. Sie lobten den Vorstoß überwiegend als logischen Schritt. Er weise darauf hin, dass Vorstandschef Stephen Bollenbach, der erste Familienfremde an der Spitze, die Wachstumschancen in den USA als begrenzt ansehe. Hier ist die Gruppe mit 2300 Häusern die Nummer drei. Die Aktien des Unternehmens gaben um fünf Prozent nach, während die der britischen Hilton Group um 13 Prozent stiegen. Sie würde sich nach einem Verkauf auf die wachstumsstärkere Wettbürokette Ladbrokes konzentrieren.

Eine Annäherung der beiden Gruppen über die bisherige strategische Allianz hinaus hatte sich im Spezialsegment der Luxushotels bereits in diesem Frühjahr abgezeichnet. Im Februar gründeten die beiden Hiltons ein Joint Venture für die Marke Conrad Hotels. Vorstandschef wurde der deutsche Hotelmanager Dieter Huckestein, zugleich Präsident der bisherigen Hilton Global Alliance mit Zuständigkeit für das operative Geschäft. Huckestein soll unter dem Traditionsnamen, der bislang für knapp 20 Vier-Sterne-Hotels stand, ein Luxus-Produkt der obersten Kategorie entwickeln, sagte er dem Branchendienst „Hospitality Inside“. Angestrebt würden etwa 50 Häuser in den besten Lagen.

Conrad Hilton hat das Hotelimperium 1919 mit einem ersten Haus in Texas gegründet. Finanzielle Probleme führten 1964 zur Aufspaltung in die britische und die amerikanische Gesellschaft. Den britischen Part übernahm Ladbrokes, die sich dann in Hilton Group umbenannte. Heute werden unter Hiltons Namen weltweit rund 2 700 Hotels vermarktet. Mehr Schlagzeilen als die Hotels macht jedoch Conrads Urenkelin Paris Hilton, die ihr üppiges Erbe als Schauspielerin und Jet-Set-Berühmtheit um etliche Dollar-Millionen aufstockt.

Die Wiedervereinigungspläne der Hilton-Gruppe sind ein weiteres Zeichen für das wachsende Interesse der US-Beherbergungsbranche am europäischen Markt. So kaufte der Fonds Starwood Capital, hinter dem der gleichnamige Hotelkonzern mit den Marken Sheraton und Westin steht, kürzlich in einem spektakulären Deal für 2,1 Mrd. Euro die Mehrheit an dem französischen Champagner-Imperium Taittinger mit den feinen Louvre-Hotels. Im Frühjahr hatte Starwood sich auch am Erwerb der kriselnden Gruppe Le Méridien beteiligt. Kurz zuvor war die Luxushotelgruppe Raffles an die US-Beteiligungsfirma Colony Capital gegangen.

Nach Angaben der internationalen Immobilien-Beratungsfirma Jones Lang Lasalle steuern die europäische Hotel-Investments auf ein Rekordjahr zu. Neben dem Kauf einzelner Häuser hätten Portofolio-Transaktionen im ersten Halbjahr 2005 mit einem Volumen von 4,9 Mrd. Euro bereits knapp 70 Prozent des Marktes ausgemacht. US-amerikanische Investoren hätten für 1,6 Mrd. Euro gekauft, was 24 Prozent des Gesamtvolumens entsprach.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%