Analysten raten zum Verkauf der Aktien
Bei Rhön-Klinikum belasten Akquisitionen Ergebnismargen

Bei der Rhön-Klinikum AG, Bad Neustadt, belastet die Akquisitionsstrategie weiterhin die Ergebnismargen. Der Klinikbetreiber nutzt das günstige Umfeld, um seine Betten- und Patientenzahl über Zukäufe zu verbreitern. Die Finanznöte zwingen viele bislang von der öffentlichen Hand betriebenen Kliniken zur Privatisierung.

vwdcom BAD NEUSTADT. Das hilft dem Umsatz, drückt aber auf die Ergebnismargen. Am Donnerstag wird Rhön-Klinikum die vorläufigen Zahlen für 2004 veröffentlichen. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten erwarten im Mittel ihrer Prognosen einen Umsatzanstieg auf 1,05 (Vorjahr 0,96) Mrd. Euro.

Beim EBIT prognostiziern sie dagegen einen leichten Rückgang auf 125 (126) Mio. Euro. Nach Steuern sagen sie einen leichten Anstieg des Gewinns auf 76 (73) Mio. Euro voraus. Mit zweistelligen Gewinnzuwächsen rechnet Rhön-Klinikum nach eigenen Angaben erst wieder in etwa drei Jahren, nach der Bereinigung des Marktes. Dann werde die Ergebnisentwicklung wieder mit dem Erlöswachstum Schritt halten können, hatte Finanzvorstand Manfred Wiehl im November angekündigt. Das Unternehmen stellte dabei für 2005 einen Umsatz von 1,23 Mrd. Euro und einen Konzerngewinn von 80 Mio. Euro in Aussicht. Eingerechnet seien dabei die definitiv übernommenen Kliniken, hieß es.

Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) raten Anlegern zum Verkauf der Rhön-Klinikum-Aktien. In den vergangenen Wochen sei das Papier ohne fundamentale Gründe deutlich angestiegen. Die niedrigen Margen rechtfertigen ihrer Ansicht nach die hohe Bewertung nicht. Daher sei es Zeit für Gewinnmitnahmen, erklären sie. Die Analysten sehen zusätzliche Planungsunsicherheit, da bei einigen Akquisitionen das Bundeskartellamt Einspruch erhebt. Die Behörde befürchtet eine marktbeherrschende Stellung, hat aber noch nicht endgültig entschieden.

Analysten des Bankhaus Lampe stufen das Papier mit "Halten" ein. Sie hatten sich zuletzt enttäuscht von der Aussage des Managements gezeigt, dass der Ertrag 2005 trotz der deutlichen Umsatzausweitung nur unwesentlich wachsen dürfte. Der Rhön-Klinikum-Vorstand erwartet, dass die 2004 übernommenen Kliniken erst 2006 schwarze Zahlen schreiben werden. Das Erreichen der Profitabilität verzögere sich, da die Häuser zunehmend defizitär arbeiteten, hatte das Management erläutert. Positiv sei dagegen, dass die Kaufpreise deutlich gesunken seien.

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