Analysten sind skeptisch
Hooters Air setzt auf sexy Stewardessen

Erotik lockt – darauf baut auch die junge US-Fluggesellschaft Hooters Air: In den orangefarbenen Fliegern sorgen neuerdings neben den regulären Stewardessen je zwei ebenso hübsche wie spärlich bekleidete „Hooters Girls“ in knappen Shorts und engen T-Shirts für das Wohl der Gäste. In der US-Luftfahrt ist dies derzeit eines der verrücktesten Lockangebote. Doch auch andere Fluggesellschaften greifen im Kampf um Kunden zu neuen und ausgefallenen Mitteln. Während Hooters eher auf den knalligen Effekt aus ist, versucht die Konkurrenz mit braveren Konzepten zu punkten.

NEW YORK. Sowohl Marktführer American Airlines als auch Konkurrent Continental Airlines versprechen ihren Kunden neuerdings ein besseres Mobilfunkangebot, durch das die Reisenden auch an Bord mit ihren Handys telefonieren dürfen – solange der Flieger noch nicht abgehoben hat. Die erfolgreiche Billigfluglinie Jet Blue Airways lockt mit kostenlosem Satellitenfernsehen auf allen Plätzen. Southwest Airlines bietet seinen Fluggästen im Schnitt rund vier Zentimeter mehr Beinfreiheit als in der Branche üblich.

Selbst unangenehme Nebeneffekte ihrer Sparprogramme versuchen die Fluggesellschaften den Kunden als attraktive Neuigkeit zu verkaufen. American etwa strich die Zahl der geräumigeren Touristen- klasse-Sitze um ein Viertel zusammen – angeblich weil die Kunden eher an billigen als an bequemen Plätzen interessiert seien.

Ein weiteres Opfer der Kostensenkungen sind die warmen Mahlzeiten an Bord, die viele Airlines gestrichen oder abgespeckt haben. Jetzt versuchen etwa Delta, Midwest und Northwest Airlines aus der Not eine Tugend zu machen und verkaufen in Zusammenarbeit mit bekannten Restaurantketten und Cateringfirmen ihren Gästen exklusive Sandwiches und hochklassige Dinner-Platten zu gesalzenen Preisen von bis zu zehn Dollar.

Analysten zeigen sich nicht davon überzeugt, dass Stewardessen im Minirock oder die Dinner-Platten den gewünschten Erfolg bringen. „Diese Anreize sind zwar ganz nett, aber nebensächlich für die Unternehmensbilanz“, sagt Ray Neidl von der Investmentbank Blaylock & Partners. „Um wieder profitabel zu werden, müssen die Fluggesellschaften ihre Geschäftsreisenden zurückgewinnen, die hohe Gewinne bringen. Bis dahin brauchen sie weitere Einsparungen auf allen Ebenen – sowohl bei den Personalkosten als auch beim Endprodukt.“

Neidl rechnet damit, dass das kommende Jahr auch dank der anstehenden Präsidentschaftswahlen wieder Zuwächse für die Geschäftsreisebranche bringt. Die Börse sieht die Branche ebenfalls wieder in besserem Licht: der Dow Jones Airline Index, der die Kurse von fast 40 großen Luftfahrtgesellschaften verzeichnet, hat sein Niveau seit Ende März um fast 50 % gesteigert.

Erste Fluggesellschaften spüren schon Besserung: Die Billigangebote von Air Tran Airways aus Florida etwa – Inlandsflüge quer durch die USA ab 34 Dollar – sind bei den Gästen so beliebt, dass das Unternehmen Anfang Juli 100 neue 717-Maschinen beim Flugzeugbauer Boeing bestellte. Die ersten neuen Flugzeuge sollen im kommenden Jahr einsetzbar sein. Günstige Flugpreise wirken bei den Kunden offensichtlich immer noch stärker als andere Lockangebote.

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