Analysten überrascht
Deutsche Börse verbucht fulminanten Gewinn

Die Deutsche Börse hat im ersten Quartal 2006 dank des anhaltenden Booms an den Kapitalmärkten einen Gewinnsprung verzeichnet. Das Ergebnis übertraf die Markterwartungen deutlich.

HB FRANKFURT. Wie der Frankfurter Marktbetreiber am Donnerstagabend nach Handelsschluss mitteilte, stieg der operative Gewinn (Ebita) in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres um 45 Prozent auf 257 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um lediglich 28 Prozent auf 227,6 Millionen Euro gerechnet.

Branchenexperten äußerten sich in ersten Reaktionen sehr zufrieden mit der Ergebnisentwicklung der Börse. „Das war schon ein exorbitant gutes Quartal“, lobte ein Frankfurter Analyst. Er warnte jedoch zugleich, dass die extrem positive Entwicklung der Gewinnmargen Begehrlichkeiten bei den Kunden der Börse wecken könnten. „Es wird nicht mehr lange dauern, bis sich die Börse lauten Rufen nach Preissenkungen ausgesetzt sehen wird.“ Erste entsprechende Signale gebe es bereits.

Neue Informationen zu den laufenden Fusionsgesprächen mit der Euronext gab die Börse nicht. Die Vierländerbörse hatte am Mittwoch erklärt, ein Zusammengehen mit der Deutschen Börse sei eine ernsthafte Option, sich von ihren Aktionären aber mehr Zeit für Sondierungsgespräche mit weiteren potenziellen Partnern erbeten. Ein Euronext-Aktionär aus dem Umfeld der bei beiden Börsen parallel investierten Hedgefonds hatte für die am 23. Mai anstehende Hauptversammlung ein Aktionärsvotum für eine Fusion mit Frankfurt gefordert.

Börsen-Finanzvorstand Mathias Hlubek sagte, die deutlich zweistelligen Wachstumsraten in allen wichtigen Geschäftsbereichen hätten die Vorzüge des - derzeit vor dem Hintergrund der angestrebten Fusion mit der Euronext heftig umstrittenen - Geschäftsmodells der Börse unter Beweis gestellt. Die Deutsche Börse hat anders als die meisten Konkurrenten alle Wertpapierdienstleistungen vom Handel über die Abwicklung bis zur Verwahrung unter einem Dach gebündelt. Im Zuge weiterer Kostensenkungen gelang es dem Frankfurter Marktbetreiber nach eigenen Angaben, das ursprünglich erst für das kommende Jahr angepeilte Ziel einer Eigenkapitalrendite von 20 Prozent nach Steuern bereits zu erreichen.

Der Umsatz der Deutschen Börse kletterte im Auftaktquartal um 16 Prozent auf 464,7 Millionen Euro. Unter dem Strich steht ein Gewinn je Aktie von 1,61 Euro in den Büchern - im Jahresvergleich ein Plus von 66 Prozent.

Den größten Brocken zum Umsatz des Börsenkonzerns trug mit 210,8 Millionen Euro erneut der Abwickler Clearstream bei. Die gemeinsam mit der Schweizer Börse SWX betriebene weltgrößte Terminbörse Eurex lieferte 148,3 Millionen Euro. Auf die Handelsplattform Xetra entfiel ein Umsatz von 83,2 Millionen Euro.

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