Angaben aus Branchenkreisen: DBA hat offenbar Geldgeber gefunden

Angaben aus Branchenkreisen
DBA hat offenbar Geldgeber gefunden

Auf der Suche nach einem Investor ist die Billigfluggesellschaft DBA offenbar fündig geworden. In Branchenkreisen hieß es am Freitag, ein deutscher Finanzinvestor werde einen nennenswerten Anteil an dem Münchener Unternehmen kaufen. „Damit kann DBA weiteres Wachstum finanzieren“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Der bisherige Haupteigner und Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Rudolf Wöhrl bleibe am Unternehmen beteiligt.

HB FRANKFURT. Die Fluggesellschaft hat für Montag zuvor kurzfristig zu einer Pressekonferenz eingeladen. „Die DBA hat eine wegweisende unternehmerische Entscheidung getroffen, um ihren Wachstumskurs als selbstständige Airline und als Nummer zwei im innerdeutschen Flugverkehr in den nächsten Jahren konsequent fortzusetzen“, hieß es in der Einladung. Details wollte ein Sprecher nicht nennen. „Es gibt für DBA eine sehr positive Nachricht. Mehr wollen wir vor Montag nicht mitteilen“, sagte er.

DBA sucht bereits seit längerem nach einem Geldgeber und hatte wiederholt auch einen Börsengang ins Gespräch gebracht. Das Unternehmen braucht für sein Wachstum und den Kauf neuer Maschinen zusätzliches Kapital. Vor einem Jahr hatte DBA das Geschäft des Billigkonkurrenten Gexx übernommen und verfügt inzwischen über 29 Flugzeuge. DBA ist bei innerdeutschen Flügen Nummer zwei hinter der Lufthansa und kooperiert eng mit Air Berlin.

Über die genaue künftige Anteilsverteilung bei DBA und die Höhe des Investments wurde noch nichts bekannt. Im vergangenen Jahr hatte der inzwischen verstorbene Eigner des Germania-Flugdienstes sowie der Gexx, Hinrich Bischoff, 64 Prozent an DBA gekauft. Er gab diesen Anteil aber bereits nach wenigen Wochen wegen Differenzen mit Wöhrl über den Umgang mit der Pilotengewerkschaft wieder an das Unternehmen zurück.

Der neue Investor werde mindestens einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag zur Verfügung stellen, hieß es in den Branchenkreisen. Allerdings werde der neue Partner den freien 64-Prozent-Anteil nicht komplett erwerben, erfuhr Reuters aus den Kreisen. Wöhrl werde seinen 28,8-Prozent-Anteil aufstocken, möglicherweise auch wieder die Mehrheit übernehmen. Je knapp vier Prozent halten die beiden DBA-Geschäftsführer Martin Gauss und Peter Wojahn.

Der Textilunternehmer Wöhrl hatte Mitte 2003 die verschuldete ehemalige Deutsche BA von deren Muttergesellschaft British Airways zum symbolischen Preis von einem Euro erworben. Die damalige Mitgift, ein hoher zweistelliger Millionen-Euro-Betrag, ist Branchenexperten zufolge allerdings weitgehend aufgebraucht.

Für das laufende Geschäftsjahr 2005/06, das am 31. März endet, erwartet DBA bei voraussichtlich mehr als vier Mill. Passagieren einen Verlust. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen mit drei Mill. Passagieren erstmals 1,7 Mill. Euro Gewinn erwirtschaftet.

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