Angaben des Statistischen Bundesamtes
Einzelhandel setzt erneut weniger um

Der deutsche Einzelhandel kommt nicht aus der Flaute. Auch 2004 wird für die Branche wohl ein Minusjahr. Im September wurde bereits im dritten Monat in Folge weniger Umsatz gemacht als ein Jahr zuvor.

HB BERLIN. Experten gehen angesichts knapper Haushaltskassen und schlechter Stimmung der Verbraucher davon aus, dass die seit Jahren kriselnde Einzelhandelsbranche noch eine Weile auf die Wende zum Besseren warten muss.

Im Vergleich zum August sanken die Umsätze nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag inflationsbereinigt (real) um 0,4 % und lagen damit 1,4 % unter dem Vorjahresniveau. „Der Einzelhandel hat eine schwierige Zeit vor sich, daran ändert sich nichts“, sagte Klaus Schrüfer von der SEB. „Die Belastungen sind die ungünstige Stimmung, die hohe Arbeitslosigkeit und die Einkommensentwicklung.“ Die Branche selbst setzt auf das Weihnachtsgeschäft und erwartet wie Volkswirte eine Trendwende erst im Laufe des kommenden Jahres.

Befragte Analysten hatten im Schnitt reale Umsätze im September auf dem Niveau des Vormonats prognostiziert. „Wir hatten einen leichten Anstieg erwartet, hätten darin aber auch keine Trendwende gesehen“, sagte Jörg Lüschow von der WestLB. „Wir erwarten bis ins Frühjahr nächsten Jahres hinein keine Belebung beim Konsum. Im Gegenteil: Eine Reihe von Faktoren schlagen noch auf das Konsumklima durch.“ So drückten die Firmen ihre Kosten und die verfügbaren Einkommen nähmen kaum zu. „Ohne einen Anstieg der Einkommen wird sich beim Konsum nichts tun“, betonte Lüschow.

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