Angeblich keine Mehrheit bei Banken für Restrukturierungskonzept: Walter Bau will mit Kostensenkung überleben

Angeblich keine Mehrheit bei Banken für Restrukturierungskonzept
Walter Bau will mit Kostensenkung überleben

Der Augsburger Konzern Walter Bau steckt offenbar in größeren Schwierigkeiten als bisher angenommen. Mit Kostensenkungen und Desinvestitionen will das Unternehmen sein Überleben sichern.

HB BERLIN. Der Augsburger Baukonzern Walter Bau will mit Kosteneinsparungen mit einem Volumen von jährlich 40 bis 60 Millionen Euro sein Überleben sichern. Das teilte das Unternehmen am Samstag in Augsburg in einer Adhoc-Mitteilung mit. Am Mittwoch habe der Konzern den Kredit gebenden Banken ein «Stand-alone-Unternehmenskonzept» vorgestellt, hieß es.

Dieses sehe über die Kostensenkungen hinaus Desinvestitionen vor, über die Walter Bau 150 Millionen Euro einnehmen wolle. Banken, die für insgesamt mehr als die Hälfte der Avalkredite bürgen, haben der Mitteilung zufolge ihre Zustimmung zu dem Konzept signalisiert, hieß es.

Walter Bau reagiert mit der Mitteilung auf Spekulationen über eine drohenden Zusammenbruch. Walter Bau kämpfe mit «ernsthaften Liquiditätsschwierigkeiten», hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) am Samstag berichtet. Auch von Insolvenzgefahr sei bereits die Rede, hieß es ohne Angabe von Quellen. Das von der Unternehmensberatung Roland Berger erarbeitete Restrukturierungskonzept habe keine Mehrheit bei den Banken gefunden.

Erst im November war der beabsichtigte Erwerb von Züblin am Widerstand der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der Hausbank des Stuttgarter Konkurrenten, vorerst gescheitert. Die LBBW hatte sich geweigert, an Züblin ausgereichte Avalkredite zu verlängern, sollte das Unternehmen von Walter Bau übernommen werden.

Bei einem Avalkredit gibt eine Bank kein Geld, sondern sichert einem Dritten zu, dass ihr Kunde seine Schulden zahlen wird. Dieser kann mit dem Aval Großaufträge absichern. Walter Bau ist einer der größten deutschen Baukonzerne und beschäftigte Mitte letzten Jahres rund 9400 Mitarbeiter. Das Unternehmen erbrachte im ersten Halbjahr des letzten Jahres Bauleistungen im Volumen von rund 1,3 Milliarden Euro. Vor Steuern und Zinsen betrug der Verlust rund 30 Millionen Euro.

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