"Angebot mächtig ausgebaut"
Amazon profitiert von Auslandsgeschäft

Der weltgrößte Online-Einzelhändler hat im ersten Quartal 2004 seinen Umsatz weltweit stark ausgebaut und einen soliden Gewinn verbucht. Das Auslandsgeschäft erwies sich dabei erneut als stärkster Wachstumsmarkt. Nach verlustreichen Jahren seit der Gründung des Unternehmens 1997 erreichte Amazon damit zum dritten Mal in Folge deutliche Zuwachsraten.

HB SEATTLE. Amazon.com verdiente im ersten Quartal dieses Jahres 111 Millionen Dollar (93 Mio Euro) gegenüber roten Zahlen von 10 Millionen Dollar im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Der Quartalsumsatz schoss um 41 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar in die Höhe.

Neue in das Kaufhaus aufgenommene Produktkategorien sind nach Angaben des Unternehmens erfolgreich angelaufen. Als jüngstes Segment kam zuletzt das Geschäft mit Schmuckartikeln dazu. „Während unseres ersten Tests haben mehr als 100 000 Kunden Waren aus unserem neuen Schmuckangebot bestellt“, sagte Jeff Bezos, Chef und Gründer der Amazon.com. Die stetige Erweiterung der Angebotspalette sowie niedrige Preise seien wesentliche Erfolgsfaktoren des Online- Kaufhauses, sagte Ralf Kleber, Deutschland-Chef des Unternehmens. „Wir betreiben ein Volumengeschäft.“

Der Umsatz erhöhte sich in den USA und Kanada im ersten Quartal um 20 Prozent auf 847 Millionen Dollar. Das Auslandsgeschäft mit Web- Sites in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Japan stieg sogar um 80 Prozent auf 684 Millionen Dollar. Klammert man Wechselkursveränderungen aus, gab es außerhalb Nordamerikas einen Umsatzanstieg von 58 Prozent. Der operative Gewinn legte im Ausland massiv um 163 Prozent auf 41 Millionen Dollar zu.

„Wir waren in diesem Quartal in Deutschland sehr fleißig und haben unser Angebot mächtig ausgebaut“, sagte Kleber. Im Februar kamen Artikel im Bereich Heim und Garten hinzu. Allein mit Produkten aus Elektronik, Haus und Garten habe Amazon einen Zuwachs von 365 Prozent verzeichnet. „Dabei waren die Umsätze im wesentlichen durch die Nachfrage in Deutschland und Großbritannien angetrieben.“

Auch die Angebote für Heimwerker liefen gut an, sagte Kleber. Bevor Amazon eine neue Produktkategorien einführt, werde sie sehr sorgfältig ausgewählt und geprüft. „Wir gehen nicht einfach mit einer neuen Kategorie hinaus und probieren sie am Kunden aus.“ Studien hätten ergeben, dass 88 Prozent der Internetnutzer Heimwerker sind.

Auf dieser Basis habe Amazon im Februar begonnen, Marktplatzangebote zu entwickeln und Händler zu finden. Dank wachsender liquider Mittel könne das Unternehmen nun auch besser in die Zukunft investieren. „Mit freien liquiden Mitteln in Höhe von 344 Millionen Dollar können wir jetzt zum Beispiel auch über neue Technologien nachdenken.“

Amazon.com setzt auch weiterhin auf Gewinnzuwachs. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 1,34 Milliarden bis 1,44 Milliarden Dollar. Das wäre ein Zuwachs von 22 bis 31 Prozent binnen Jahresfrist. Als Jahresumsatz prognostiziert Amazon 6,45 bis 6,85 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn von 380 bis 460 Millionen Dollar.

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