Angebote waren deutlich billiger als die der Deutschen Bahn
Private Bahnen im Norden vor der Insolvenz

In Schleswig-Holstein hat das mehr als 100 Jahre alte Bahnunternehmen Nordfriesische Verkehrs AG (NVAG) den Antrag auf Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt. Im Zusammenhang damit stehen offenbar Probleme der Flex AG in Hamburg, die gestern ebenfalls in das Insolvenzverfahren ging.

ek DÜSSELDORF. Zu den Gründen für die Zahlungsschwierigkeiten wollten sich die Unternehmen nicht äußern. Der in beiden Verfahren eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter, der Flensburger Rechtsanwalt Wolfgang Folger, sagte, er müsse sich erst einen Überblick verschaffen. Klar sei aber, dass beide Unternehmen vorerst weiter arbeiten würden.

Die Flex AG vermarktet seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 den „Flensburg-Express“, der mit Millionen-Subventionen des Landes die von der Deutschen Bahn AG aus wirtschaftlichen Gründen eingestellten Interregio-Verbindungen zwischen Flensburg und Hamburg ersetzt. Als eigentlicher Bahnbetreiber für diese Fernzugverbindung fungiert bisher die NVAG. Sie ist wie Flex eine Tochter der Norddeutschen Nahverkehrsgesellschaft (NNVG), hinter der mehrere norddeutsche Busunternehmen und Verkehrsbetriebe unter Führung der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft stehen. Das weitere Vorgehen bei dieser Gesellschaft sei noch völlig offen, sagte NNVG-Manager und Flex-Vorstand Rembert Mölders auf Anfrage.

Die NNVG hatte im vergangenen Sommer vom Land Schleswig-Holstein für zunächst drei Jahre den Zuschlag für den Betrieb der bis zu acht täglich im Zwei-Stunden-Takt fahrenden Schnellzugpaare erhalten. Der Kieler Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD) hatte seinerzeit darauf hingewiesen, dass das NNVG-Angebot pro Jahr um 1,5 Mill. Euro günstiger gewesen sei als ein Alternativ-Angebot der Deutschen Bahn.

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