Angelsächsische Fonds stehen als Käufer bereit
Eon will Viterra im Sommer verkaufen

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon will sich im Sommer von seiner Immobilientochter Viterra, der größten deutschen Wohnungsgesellschaft, trennen. „Die Abgabe der Viterra über die Börse oder an Investoren wird voraussichtlich Mitte des Jahres stattfinden“, sagte Viterra-Chef Wolfhard Leichnitz.

agr ESSEN. Leichnitz will Viterra als Ganzes verkaufen. Börsengang und Verkauf an Investoren seien „reale Alternativen, die im Wettbewerb zueinander stehen“. Indessen drängt die Zeit, denn während der langwierigen Verkaufsphase sind der Viterra, die vom Kauf und Verkauf von Wohnungen lebt, größere Zukäufe nicht möglich. Leichnitz rechnet daher 2005 mit einem weiteren Substanzabbau und einem Ergebnis leicht unter dem Vorjahreswert. 2004 verringerte sich der Bestand durch Verkäufe bereits um neun Prozent auf 138 000 Wohnungen. Der Verkehrswert der Immobilien ist von 6,1 auf 5,6 Mrd. Euro gesunken. Der Umsatz fiel um neun Prozent auf 988 Mill. Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) ging um 3,4 Prozent auf 621 Mill. Euro zurück.

Angesichts des eher schwachen Börsenumfelds rechnen Branchenkenner damit, dass Finanzinvestoren bei Viterra zum Zuge kommen. Richtschnur für den Verkaufspreis dürfte der Verkehrswert der Viterra-Immobilien sein. Als Interessenten gelten die großen angelsächsischen Fonds Terra Firma, Fortress und Cerberus.

Die mit reichlich Anlegerkapital ausgestatteten Fonds sind hier zu Lande keine Unbekannten. Sie gehen seit Jahren auf Einkaufstour: Terra Firma kaufte 2001 die 64 000 Eisenbahnerwohnungen, Cerberus in Berlin mit Whitehall die GSW mit 65 700 Wohnungen. Fortress erwarb ebenfalls in Berlin 2004 die Gagfah mit 110 000 Wohnungen.

Der Immobilienmarkt erlebt in Deutschland gerade eine Renaissance. Insbesondere auf dem Wohnungsmarkt lockt ausländische Investoren ein großes und zugleich günstiges Angebot: Leere Kassen nötigen die öffentliche Hand, ihre Bestände zu verkaufen. Daneben trennen sich Industriekonzerne von ihren Immobilien, die sich wie Eon auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen.

Gleichzeitig gilt Deutschland mit einer relativ geringen Eigentumsquote von 43 Prozent als Eldorado für Wohnungsverkäufer. In Großbritannien liegt die Eigentumsquote beispielsweise bei 67 Prozent und in Spanien sogar bei 80 Prozent.

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