Angeschlagene Fluglinie ringt ums Überleben
Swiss sucht neuen Chef und neue Kredite

„Suche Chefpiloten, der Fluglinie vor dem Aussterben bewahrt.“ So oder ähnlich könnte das Inserat aussehen, das der Verwaltungsrat und Übergangschef der Schweizer Fluglinie Swiss, Pieter Bouw, jetzt aufgeben muss, nachdem ihm in der vergangenen Woche mit André Dosés Abgang sein oberster Manager abhanden gekommen ist. Bouw hat in einem Interview zweierlei erklärt: Erstens könne er durchaus auch ein Jahr oder länger an der Spitze des Unternehmens bleiben. Und zweitens bestehe an geeigneten Kandidaten kein Mangel.

ZÜRICH. Zweifel an beiden Aussagen sind angebracht. Der 63-jährige Holländer bekleidet derzeit viele Ämter, allein deshalb dürfte er diese Situation ein ganzes Jahr lang kaum durchhalten. Doch es ist weniger die Arbeitsbelastung, vielmehr sind es die Corporate Governance-Regeln, die seinem Plan im Weg stehen. Bouw ist nicht nur Konzernchef und Verwaltungsratspräsident, er ist auch Marketingdirektor und kaufmännischer Leiter der Airline.

Sein Vorgänger auf diesen Gebieten, William Meanys, hatte im Machtkampf mit Dosé den Kürzeren gezogen und das Unternehmen vor vier Monaten verlassen. Dosé hatte diese Aufgaben daraufhin übernommen. Jetzt liegen sie bei Bouw. Für Analysten sind die fehlenden Management- Kapazitäten derzeit der neuralgische Punkt. So bemängelt die Bank Pictet, dass Dosé gehen konnte, ohne dass ein Nachfolger in Sicht sei.

Dass sich dies ohne Zeitdruck ändern lässt, versucht Bouw nun zu vermitteln. Bei der Suche nach einem Nachfolger für den Posten des kaufmännischen Leiters hätten sich Kandidaten gefunden, die erklärten, vor allem an der Position Dosés interessiert zu sein. „Auf Grund ihrer Erfahrungen in der Branche waren diese Kandidaten tatsächlich für den Posten des Konzernleiters qualifiziert“, sagte Bouw.

Unbekannt bleibt, wer sich nun bei der Swiss beworben hat. Ob etwa der erfolgreiche Chef der South African Airways, Andre Viljoen, dessen Vertrag demnächst ausläuft, dazu gehört – dazu schweigt Bouw beharrlich.

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