Angeschlagene Warenhauskette: Filialschließungen laut Karstadt-Betriebsrat kein Thema

Angeschlagene Warenhauskette
Filialschließungen laut Karstadt-Betriebsrat kein Thema

Die Lage bei Karstadt spitzt sich offensichtlich zu. Auch das Weihnachtsgeschäft hat dem Warenhausriesen nicht zur erhofften Trendwende verholfen. Von Filialschließungen will der Betriebsrat aber nichts wissen.
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KölnBeim angeschlagenen Karstadt-Konzern liegen trotz anhaltender Verluste dem Betriebsrat zufolge keine Schließungspläne für Filialen auf dem Tisch. „Es gibt keine Liste, die wir kennen, und wir haben auch keinen Schulterschluss mit dem Management über Schließungen vereinbart“, sagte Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. In den Tarifgesprächen in knapp zwei Wochen werde der Betriebsrat auf eine Standort- und Beschäftigungssicherung pochen. „Das ist unsere erste Priorität. Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz und um jeden Standort.“ Auch die Gewerkschaft Verdi machte am Vortag deutlich, zu Gesprächen über die Standort- und Beschäftigungssicherung bereit zu sein, mit dem Management aber nicht über die Schließung einzelner Filialen verhandeln zu wollen.

Karstadt hatte bereits im vergangenen Oktober angekündigt, alle Filialen auf den Prüfstand zu stellen. Damit sollten Produktivität und Profitabilität erhöht werden, hieß es damals. Aufsichtsratschef Stephan Fanderl kündigte nun in einem Gespräch mit der „Welt“ an, in „zwei bis drei Monaten“ solle ein Plan zur Zukunft des Filialnetzes stehen: „Wir haben wenig Zeit.“ „Standort für Standort“ werde dabei mit den Arbeitnehmern erörtert, fügte er hinzu.

Die Lage bei Karstadt spitzt sich offensichtlich zu. Für den angeschlagenen Warenhausriesen hatte auch das wichtige Weihnachtsgeschäft nicht die Trendwende gebracht. Die unter Verlusten leidende Karstadt Warenhaus GmbH hatte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013/14 ein Umsatzminus von drei Prozent verzeichnet. Zur Ergebnisentwicklung im Weihnachtsgeschäft hatte Karstadt keine Angaben gemacht. Die Jahreszeit ist für Händler aber sehr wichtig – sie fahren im Geschäft um die Feiertage den Löwenanteil ihrer Gewinne ein.

Kommende Woche wird es laut Patzelt in Gesprächen von Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi darum gehen, wie die Strategie umgesetzt werden kann, wo es gut läuft und wo es bei den Warenhäuser noch hakt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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