Angeschlagene Warenhauskette
Verdi fordert mehr Freiheit für Karstadt-Filialen

Verdi setzt sich für die weitere Existenz der Karstadt-Filialen ein und fordert: Jeder Standort soll sein Sortiment individuell bestimmen können – für noch mehr Erfolg. Als Vorbild dient ausgerechnet der Rivale Kaufhof.
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BerlinDie einzelnen Filialen der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt sollen nach dem Willen der Gewerkschaft Verdi mehr Gestaltungsfreiraum bekommen. „Jeder Standort muss die Möglichkeit bekommen, sein individuelles Sortiment zu entwickeln“, sagte der Verdi-Vertreter im Karstadt-Aufsichtsrat, Arno Peukes, der „Berliner Zeitung“ vom Montag. Es sei für den Erfolg relevant, „in welchem Umfeld ein Warenhaus lokalisiert ist“. Peukes führte dem Bericht zufolge den Rivalen Kaufhof als Vorbild an. Kaufhof treibe seit Jahren „das Prinzip der regionalisierten Sortimente“ voran.

Peukes kritisierte zudem, dass unter dem früheren Karstadt-Chef Andrew Jennings die Multimedia-Abteilungen in den Warenhäusern abgeschafft wurden. In kleinen Häusern, zum Beispiel in einigen Hamburger Stadtteilen, sei dadurch die „Kundenfrequenz“ gesunken. „Wer Kunden verliert, verliert auch Umsatz, und es ist enorm schwer, diese verlorenen Kunden zurück zu holen“, beklagte Peukes.

Im seit Längerem kriselnden Karstadt-Konzern hat der überraschende Rücktritt der erst knapp fünf Monate amtierenden Chefin Eva-Lotta Sjöstedt Anfang Juli für neue Ungewissheit gesorgt. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrats fürchten nun viele Mitarbeiter um ihren Job.

Medienberichten zufolge schreibt Karstadt weiterhin Verluste. Aufsichtsratschef Stephan Fanderl erklärte nach Sjöstedts Rückzug, das Unternehmen mache sich Sorgen um die Profitabilität „von mehr als 20 Häusern“. Karstadt betreibt derzeit noch 83 Warenhäuser.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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