Angriff auf den Billigflieger
Ryanair erkauft sich das Wachstum

Easyjet, Norwegian und Co. setzen Ryanair kräftig unter Druck. Der Billigflieger senkt die Preise und fliegt einen Quartalsverlust ein. Gelingt es der Airline, Zuwächse bei den Passagieren in bare Münze zu verwandeln?
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DüsseldorfRyanair schien einst unangreifbar. Jahrelang rollten die Iren ihr Streckennetz über Europa aus und lockten Urlauber mit Billigstpreisen. Die Pioniere aus Dublin machten Europas Flugreisende zu Billigfliegern – und sich selbst zur größten Airline des Kontinents. Ryanair-Chef Michael O’Leary trieb mit seiner Strategie etablierte europäische Fluggesellschaften wie die Lufthansa, Air France-KLM oder British Airways in die Enge und ließ kaum Konkurrenz zu.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Neue Konkurrenten wie Easyjet, Norwegian und Co. heizen dem Billigflieger-König mittlerweile mit seiner eigenen Taktik ein – und locken die Kunden dabei nicht nur mit billigen Preisen, sondern auch einer Prise Komfort in die Flieger. Auch die Riesen haben reagiert: Bei der Lufthansa rollt mit der Tochter Germanwings seit dem Sommer die große Low-Cost-Offensive an. IAG, die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia, investiert massiv in die Flotte der wachsenden Billigtochter Vueling.

Unter diesem Druck lässt Ryanair Federn – und hat nun erstmals seit Jahren ein Quartal im Minus abgeschlossen. In den drei Monaten bis Ende Dezember machten die Iren einen Verlust von 35,2 Millionen Euro. Das ist mehr, als Analysten erwartet hatten. Die Gewinnprognose von 500 bis 520 Millionen Euro halten die Iren dennoch aufrecht.

Vor einem Jahr hatte Ryanair im dritten Quartal (Geschäftsjahr bis Ende März) noch ein Plus von gut 18 Millionen Euro erwirtschaftet. Jetzt beförderte die Airline eine Million Passagiere mehr, die Auslastung der Maschinen stieg um einen Prozentpunkt auf 82 Prozent – und trotzdem ging nicht nur der Gewinn verloren, sondern auch die Einnahmen leicht auf 964 Millionen Euro zurück. Denn Ryanair hat sich das Wachstum teuer erkauft. Im Oktober und November bot der Billigflieger nach eigenen Angaben auf 400 Verbindungen Einführungspreise von 14,99 Euro pro Ticket an. Der durchschnittliche Preis pro Verbindung betrug im Gesamtjahr laut einer Ryanair-Präsentation lediglich 48 Euro.

Ganz anders der ärgste Rivale Easyjet: Hier mussten die Fluggäste nach Ryanair-Angaben im Schnitt mit 84 Euro deutlich mehr hinblättern. Trotzdem hatten die Briten 4,2 Prozent mehr Passagiere in den Fliegern, die Auslastung stieg insgesamt auf 88,7 Prozent. Und die Einnahmen wuchsen mit: Knapp acht Prozent mehr nahm die Airline im Quartal ein.

Kommentare zu " Angriff auf den Billigflieger: Ryanair erkauft sich das Wachstum"

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  • Ryan-Air "erkauft sich nun mal gleich garnichts.
    Nur Provinzler können glauben, dass ein bisschen Aluminium gepaart mit Zockern sowas wie eine Airline darstellen kann.

    Ryan-Air wird bleiben was sie ist: the Thrombosed-Airline.

    Aber LH will das noch viel besser machen: die schicken inzwischen zahlende Viecher durch die Lüfte.

  • Ryanair hat immer noch Einsparpotentiale. Wozu brauchen die Stewardessen eigentlich die (schwere) Bekleidung? Voellig unnoetig die durch die ganze Welt zu fliegen.

  • Ryanair ist überhaupt DIE Airline.

    Erst mit Ryanair kam endlich frischer Wind in die alten Fluggesellschjaften. Frische Wind tut immer gut und man kann dem Mr.Ryan nur wünschen, dass er weiterhin so viel Erfolg hat, wie bisher.

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