Angst vor Terror überwunden
Die Deutschen verlieren ihre Scheu vor der Fremde

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 stürzten die Reisebranche in eine Krise. Viele Menschen hatten ob der Terrorgefahr Angst zu verreisen und blieben lieber daheim. Die Furcht scheint überwunden. Die Branche will wieder an ihre goldenen Zeiten anknüpfen. Doch ausgerechnet jetzt kommt die Vogelgrippe.

HB BERLIN. Nach den Verlustjahren 2002 und 2003 erzielten die Reiseveranstalter 2005 zum zweiten Mal in Folge wieder positive Ergebnisse und steigerten ihren Gesamtumsatz um 5 Prozent auf 19,4 Mrd. Euro. Das berichtete der Deutsche Reiseverband (DRV) auf der Internationalen Tourismus-Börse ITB in Berlin. Für 2006 werde ein Wachstum in gleicher Höhe erwartet.

Der Markt für Veranstalterreisen habe sich erfreulich entwickelt, sagte DRV-Präsident Klaus Laepple. „Die Reisebranche wächst stärker als die Wirtschaft insgesamt.“ Den „überragenden Anteil“ des Urlaubsgeschäftes mache dabei nach wie vor die klassische Pauschalreise aus.

Ein deutliches Plus hätten die Veranstalter mit Billigangeboten gemacht. Aber auch Fernreisen und Kreuzfahrten seien Triebfedern des Wachstums. Und in diesen Segmenten spiele nicht der Preis die wichtigste Rolle, sondern das Erlebnis, die Qualität und die Zuverlässigkeit des Veranstalters. Der „Geiz ist geil“ - Slogan lasse sich auf die Reisebranche insgesamt nicht übertragen, bilanzierte Laepple.

Die Deutschen hätten 2005 insgesamt fast 80 Mill. Urlaubsreisen von mehr als fünf Tagen Dauer unternommen, sagte Laepple. Reiseziel Nummer eins war dabei erneut das eigene Land: 36 Prozent aller Urlaubsreisen blieben in den deutschen Grenzen. Die Nummer eins unter den Auslandszielen ist nach wie vor Spanien. Aber auch die Türkei habe sich als langfristiges Trendziel fest etabliert, auch wenn es zur Zeit wegen der Vogelgrippe bei den Buchungen etwas hapere. Dies habe eine „Delle“ verursacht. Hier müsse Aufklärung dazu beitragen, unbegründete Ängste zu zerstreuen. Laepple: „Es sind nicht objektive Gefahren, sondern Ängste, die die Reisenden beschäftigen.“

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