Anhebung der Gewinnprognose
Lufthansa zeigt sich von teurem Sprit unbeeindruckt

Das erste Halbjahr ist gut für die Lufthansa gelaufen. Die Fluggesellschaft hat daraufhin ihre Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr angehoben. Selbst die hohen Kerosinpreise können das Unternehmen nicht bremsen.

HB/ek FANKFURT/MAIN. Wie Deutschlands größte Fluggesellschaft am Donnerstag mitteilte, zeichnet sich eine Verbesserung des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr ab. Bislang ging Lufthansa davon aus, „mindestens“ das Vorjahresergebnis von 577 Mill. Euro erwirtschaften zu können. Trotz starken Wettbewerbs, hohen Preisdrucks und weiter steigenden Kerosinkosten sei man für den Rest des Jahres optimistisch. Alleine im ersten Halbjahr hatte die Lufthansa 1,16 Mrd. Euro für Sprit ausgegeben – 46,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für das Gesamtjahr rechnet Lufthansa mit einem weiteren Anstieg der Kerosinkosten auf 3,43 Mrd. Euro nach 2,61 Mrd. Euro im Vorjahr.

Nach bereits am Mittwochabend veröffentlichten Zahlen stieg der Umsatz von Januar bis Juni auf 9,6 Mrd. Euro im Vergleich zu 8,5 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis ist von 253 Mill. auf 297 Mill. Euro gestiegen. Das Konzernergebnis stieg auf 85 Mill. Euro, nachdem es im Vorjahr bei Null lag. Bei dem Vergleich müsse aber berücksichtigt werden, dass Lufthansa erstmals ihre Beteiligungen an der Swiss-Holding und der Eurowings-Gruppe mit bilanziere, hieß es in der Erklärung.

Die bisher veröffentlichten Eckdaten liegen geringfügig über den Erwartungen von Analysten. Positiv bewertet wurde, dass Lufthansa die gestiegenen Kerosinpreise durch ihre langfristige Absicherungspolitik und durch Treibstoffzuschläge im Griff habe. Bei der Vorstellung der Zahlen für das erste Quartal hatte Lufthansa-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber darauf hingewiesen, dass sich die Treibstoffkosten in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt hätten. Der Konzern werde deshalb weiter Kostenstruktur und Produktivität verbessern müssen.

Problembereiche saniert

Als positive Entwicklungen für die Konzernbilanz werden in Analystenkreisen vor allem die erfolgreichen Sanierungen der Catering-Tochter Lufthansa Sky Chefs und des Reiseveranstalters Thomas Cook gesehen, an dem Lufthansa neben Karstadt-Quelle zu 50 Prozent beteiligt ist.

„Wir sehen Fortschritte und Potenziale in allen Geschäftsfeldern“, erläuterte Konzernchef Mayrhuber am Donnerstag die Zwischenbilanz. Besonders wichtig sei, dass im zentralen Geschäftsfeld Passagierflug ein gutes Ergebnis erzielt worden sei. Das operative Ergebnis in der Passagiersparte sei trotz der gestiegenen Treibstoffkosten um fast 40 Mill. Euro auf 140 Mill. Euro verbessert worden. Wesentlich für das gute Passagierergebnis war eine bessere Auslastung der Maschinen und damit höhere Durchschnittserlöse pro Passagier, die sich zum Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent verbesserten.

Mayrhuber bekräftigte, dass Lufthansa auch nach Erreichen des bis Jahresende laufenden Sparprogramms mit einem Einsparziel von 1,2 Mrd. Euro die Kosten weiter senken wolle. Sparen bleibe eine Daueraufgabe, sagte er.

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