Anschläge in ägyptischer Hauptstadt
Reiseveranstalter stoppen Kairo-Trips

Nach den Anschlägen auf Touristen in Kairo haben die großen deutschen Reiseveranstalter ihre Ausflüge in die ägyptische Hauptstadt vorübergehend gestrichen und Umbuchungen angeboten.

HB FRANKFURT. „Wir haben unsere Ausflüge nach Kairo bis zum 3. Mai eingestellt“, sagte am Montag eine Sprecherin des Touristikkonzerns Thomas Cook. Das Unternehmen steuert Kairo nicht direkt an, bietet jedoch etwa seinen Gästen in den Badeorten Hurghada und Scharm al-Scheich Tagestrips an. Der zur Rewe-Touristik gehörende Veranstalter Dertours setzte seine Ausflüge in der Stadt oder von anderen Orten dorthin für die ganze Woche aus. Europas größter Reisekonzern Tui bietet seinen Kairo-Gästen vorerst kostenlose Umbuchungen an. Die derzeit 50 Touristen des Unternehmens in der Stadt seien informiert worden, setzten ihren Urlaub aber fort, sagte ein Sprecher. Zwei Urlauber hätten ihre Kairo-Reise umgebucht beziehungsweise storniert. Ausflüge vom Roten Meer nach Kairo würden weiter angeboten.

Bei zwei Anschlägen auf Touristenziele waren am Samstag in Kairo die drei Attentäter getötet und sieben weitere Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten sind ein Paar aus Israel, eine Italienerin und ein Schwede. Vor dem Ägyptischen Museum hatte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Bei einem zweiten Anschlag hatten zwei verschleierte Frauen auf das Heckfenster eines Touristenbusses gefeuert. Im Internet bekannten sich zwei radikale Moslem-Gruppen zu den Anschlägen.

Erst im April waren bei einem Bombenanschlag auf einem Basar in Kairo vier Menschen getötet worden. In jüngster Zeit hatte der Tourismus in dem Land starke Zuwachsraten verzeichnet, nachdem er in Folge der Anschläge von Luxor 1997 eingebrochen war. Damals hatten Moslem-Extremisten Touristen im Nil-Tal in der Nähe von Luxor mit Feuerwaffen und Schwertern angegriffen und 58 Touristen und vier Ägypter getötet.

Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) rechnet für Ägypten trotz der jüngsten Anschläge nicht mit einem Rückgang der Besucherzahlen aus Deutschland. Die Anschläge hätten sich nicht gegen deutsche Urlauber gerichtet und es habe bisher nur wenige Anfragen zu dem Thema gegeben. Ägypten sei als Urlaubsland sehr beliebt. Die Zahl der deutschen Besucher stieg nach Angaben des Verbandes im vergangenen Jahr auf rund 993 000 von etwa 693 000 im Jahr zuvor.

Der Großteil der Ägypten-Urlauber aus Deutschland bucht bei Tui und anderen Pauschalreiseveranstaltern keine Kairo-Reisen, sondern Urlaub in Hurghada und Scharm-al-Scheich am Roten Meer. Mit Tui reisen nach Angaben des Unternehmens jedes Jahr etwa 8000 Urlauber nach Kairo. Der Thomas-Cook-Konzern brachte im vergangenen Geschäftsjahr 366 000 Urlauber nach Ägypten.

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