Ansehen der Unternehmen im Ausland sinkt als Folge der Politik der US-Regierung
US-Marken leiden unter „Bush-Faktor“

Amerika hat ein Imageproblem. Zahlreiche Meinungsumfragen belegen, dass das Ansehen der USA in vielen Ländern seit dem Amtsantritt von Präsident George W. Bush gesunken ist. Bushs Ablehnung des Umweltschutzabkommens von Kyoto und der Irak-Krieg spielen dabei eine dominierende Rolle.

NEW YORK. Neuere Studien kommen jetzt zu dem Ergebnis, dass auch amerikanische Marken wie Coca-Cola oder McDonald’s unter dem „Bush-Faktor“ leiden. „Der Anti-Amerikanismus ist ein ernstes Problem für die Unternehmen. Die Person und Politik von Bush sind dabei die größten Negativfaktoren“, sagt Tom Miller, Managing Director der internationalen Marktforschungsagentur NOP World.

Die betroffenen Firmen wiegeln jedoch ab. „Wir haben nach dem Irak-Krieg keine Auswirkungen auf unser Geschäft gespürt“, sagt Gabriele Gutscher, Sprecherin der Ford-Werke in Köln. Auch bei Coca-Cola, McDonald’s und Levis gibt man Entwarnung. Die Londoner Marktforschungsgesellschaft Interbrand kam bereits im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, dass die Empörung über die Bush-Politik den großen US-Markenkonzernen nicht geschadet hat. Von den zehn wertvollsten Marken der Welt kommen noch immer acht aus Amerika.

Miller versucht, den offensichtlichen Widerspruch zu erklären: „Der Zusammenhang zwischen Anti- Amerikanismus und dem Ansehen der US-Marken ist noch undeutlich. Aber er wird in der Zukunft eine größere Rolle spielen.“ Der Markenexperte stützt sich dabei weniger auf Umsatz- und Absatzzahlen als vielmehr auf so genannte weiche Faktoren wie Vertrauen und Ansehen.

Durch eine Befragung von 30 000 Personen in 30 Ländern hat NOP World herausgefunden, dass das Vertrauen im Ausland gegenüber großen US-Marken sinkt. Coca-Cola, McDonald’s und Nike haben seit 2003 je drei Vertrauenspunkte verloren, Microsoft gar sechs. „Es handelt sich nicht um eine Art Massenboykott, sondern um eine schleichende Erosion des Markenimages“, sagt Miller. Wann der Imageverlust in einen Kaufboykott umschlage und damit auch in den Firmenbilanzen sichtbar werde, sei unsicher. „Im Automobilsektor zeigten sich andere Imageprobleme nach sieben Jahren in den Verkaufszahlen“, sagt Miller.

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