Anteil der privaten Träger ist in den neuen Ländern doppelt so hoch wie im Westen
Klinikbetreiber investieren im Osten

Außer Rotkäppchen-Sekt und dem Sandmännchen hat es kaum ein Ost-Produkt geschafft, den westdeutschen Markt zu erobern. Die Privatisierung städtischer Krankenhäuser, wie sie Leipzig, Erfurt und Gera vorgemacht haben, könnte der nächste innerdeutschen Exportschlager sein, hoffen die Klinik-Konzerne wie Rhön-Klinikum, Helios und Asklepios.

FRANKFURT/M. Die privaten Betreiber, allen voran das Rhön-Klinikum, nahmen viel Geld in die Hand, um aus den maroden DDR-Kliniken funktionelle Vorzeigestücke zu machen. Nach Berechnungen des Handelsblatts steckten sie im Lauf der Jahre mehr als 1 Mrd. Euro in die privatisierten Kliniken, Kaufpreis und Instandhaltungskosten eingeschlossen.

Hinzu kamen Fördermittel in fast der gleichen Höhe, die nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz jedem Träger zustehen. Wären die Kliniken in der öffentlichen Hand geblieben, wäre eine gleichwertige Sanierung den Steuerzahler also in etwa doppelt so teuer gekommen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Sanierung schlicht weniger gründlich ausgefallen wäre. Heute finden Kassenpatienten in vielen ostdeutschen Städten modernere Einrichtungen vor als in den alten Ländern, wo freigemeinnützige und öffentliche Träger den Markt weitgehend bestimmen.

Die Privaten nutzten die Jahre nach dem Mauerfall geschickt, um sich einen festen Platz in der ostdeutschen Krankenhauslandschaft zu sichern. „Vorher war es nahezu undenkbar, als Privatunternehmer ein Allgemeinkrankenhaus zu übernehmen“, sagt Manfred Wiehl, Finanzvorstand beim Rhön-Klinikum.

Das bestätigt auch Uwe Drechsel, in der Geschäftsführung des Wettbewerbers Helios für die Akquisition neuer Einrichtung zuständig. „Vielleicht waren die Menschen in dieser Umbruchstimmung einfach aufgeschlossener für neue Lösungen.“

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