Antriebe: Wo der Elektroantrieb zum Erfolgsmodell wird

Antriebe
Wo der Elektroantrieb zum Erfolgsmodell wird

Von DHL über UPS und Royal Mail - die Stromwelle rollt. Fast jeder große internationale Kurier-, Express- und Paketdienstleister testet derzeit alternative Antriebe für seine Flotte. Vor allem im Stadtverkehr erweisen sich die Elektrofahrzeuge als vorteilhaft.
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BERLIN. Der UPS-Lieferwagen sieht auf den ersten Blick aus, wie man ihn erwartet: braun und massig. Doch die typische runde Schnauze fehlt, und wenn er fährt, surrt er sanft. Der klobige Kastenwagen wird elektrisch angetrieben - trotz des hohen Gesamtgewichts von 5,5 Tonnen. Eine Akku-Ladung reicht 100 Kilometer weit - genug für den städtischen Zustelldienst.

Sechs Stromer setzt UPS in deutschen Städten ein, weitere sechs in London. "Rollende Labore", nennt sie UPS-Sprecher Georg Leusch. Neben den mit der britischen Firma Modec entwickelten Elektromobilen tüftelt UPS auch daran, wie sich ein klassisches Diesel-Zustellfahrzeug in ein reines Elektromobil umrüsten lässt. "Auch diesen Weg möchten wir testen", sagt Leusch.

Das Anforderungsprofil passt

Der Trend ist unverkennbar: Fast alle großen Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP) testen rein elektrische und hybride Antriebe - aus gutem Grund. Im städtischen Verteilerverkehr sind keine großen Reichweiten erforderlich und bei vielen Stopps kann Bremsenergie gewonnen werden.

Die Nutzungsprofile in der City-Logistik passen gut zu leichten Nutzfahrzeugen mit Elektroantrieb, sagt Klaus Dieter Lorenzen, Wirtschaftsprofessor für Supply Chain Management an der Fachhochschule Kiel: "Elektromobilität in der City-Logistik steht am Anfang einer vielversprechenden Entwicklung, deren Geschwindigkeit aber nicht euphorisch überschätzt werden sollte." Sinkende Preise für leistungsfähigere Batterien und damit einhergehende höhere Reichweiten und höhere Nutzlasten machten diese Fahrzeuge für immer mehr städtische Transportaufgaben interessant. "Grüne Logistik gewinnt immer dann an Bedeutung, wenn die Dieselpreise steigen", sagt Lorenzen.

UPS betrachtet den Pilotversuch als Investition. "Ökonomisch rechnen sich die Elektrofahrzeuge noch nicht. Die Kosten sind deutlich höher als bei konventionell betriebenen Fahrzeugen", sagt Leusch.

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  • City Express setzt in Hamburg bezahlbare, chinesische Elektro Lieferfahrzeuge ein. Gerade in ballungsräumen ist es sinnvoll umweltfreundliche Lieferwagen zu verwenden. ElektroFahrzeuge sind leise und mit Ökostrom betrieben CO2-frei. Wenn sie dann von den Kommunen bevorzugt auch eigene Stellplätze zum be- und Entladen zugewiesen bekämen, würde der Lkw endlich nicht nur Staus verursachen und stinken, sondern den Verkehr fließen lassen und das Lkw-imgae verbessern. Wenn irgendwo in der Hamburger innenstadt der Verkehr stockt, dann muß man nur Ausschau halten nach etwas großem Weißen, Gelben oder braunen auf der Straße. Es ist meist ein in 2. Reihe stehender Lieferwagen, weil die be- und Entladezonen (eingeschränktes Halteverbot) zugeparkt sind mit Cayennes oder Minis. Diese Parkplätze sollten elektrischen Fahrzeugen vorbehalten sein. Die im Artikel genannten eLkws sind aber auf Jahre noch viel zu teuer, als dass sie sich hier durchsetzen. Alles nur (staatlich geförderte) Testfahrzeuge. Der UPS-Modec aus England kostet ca. 80.000 €, der Umbau eines gebrauchten Lkws eine mittlere 5-stellige Summe. Die eVitos von Mercedes werden nur verleast, für 1.200 € pro Monat (zum Vergleich: benziner 320,-). Der Elektro Daily von iveco kostet 100.000 €. Das zahlen die großen Lieferdienste doch aus der Portokasse. Kleine Transporteure, die meist als Subunternehmer für die Großen unterwegs sind, werden sich niemals solche Fahrzeuge leisten können. Amortisiert sich nicht. Unsere elektrischen Kleintransporter kosten weniger als 20.000 €! Damit können wir umweltfreundliche Transporte durchführen und sogar Geld verdienen. Wie in Japan.

  • Die deutschen, amerikanischen und niederlaendischen Frachtunternehmen und Automobilhersteller sollten einen blick auf Japan werfen, wo Yamato und Sagawa bereits grosse Flotten von Hybrid Lastern einsetzen und die japanische Post gerade 1.000 reine Elektrofahrzeuge bestellt hat. Hier in Japan geht die Post ab wenn es um umweltfreundliche Technologien und den praktischen Einsatz gehht. Dazu auch passend die Tatsache, dass Toyotas Prius seit 16 oder 17 Monaten das meistverkaufte Auto in Japan ist.

  • Die deutschen, amerikanischen und niederlaendischen Frachtunternehmen und die Autohersteller sollten einen blick auf Japan werfen, wo Yamato und Sagawa bereits grosse Flotten von Hybrid Lastern einsetzen und die japanische Post gerade im Sommer 1.000 reine Elektrofahrzeuge bestellt hat. Hier in Japan geht die Post ab, wenn es um umweltfreundlichere Technologien fuer den Mobility bereich und den praktischen Einsatz geht. Dazu auch die Tatsache, dass der Toyota Prius seit 16 oder 17 Monaten das meistverkaufte Auto in Japan ist.

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