Anwaltskanzleien gehen Bündnis ein
Die zwei Unzertrennlichen

Die Kanzlei Hölters & Elsing verbündet sich mit US-Kanzlei Orrick, um den Sprung unter die Top-Ten zu schaffen.

Die Wirtschaftskanzlei Hölters & Elsing fusioniert mit der amerikanischen Großkanzlei Orrick, Herrington & Sutcliffe aus San Francisco. "Damit wollen wir in den nächsten fünf Jahren unter die Top-Ten der Wirtschaftskanzleien aufrücken, unsere Kopfzahl verdoppeln und die Ertragskraft auch", ist die Vision von Kanzleigründer Siegfried Elsing. Die Kanzlei hat bei Branchenkollegen einhellig "einen guten Ruf mit ordentlichen Standorten - Düsseldorf, Frankfurt, Berlin - und dass sie gut vernetzt ist".

Die Fusion ist relativ überraschend. Hölters & Elsing hatte mit seinen 75 Juristen - davon sind 20 Partner - in den vergangenen Jahren schon einige Offerten angelsächsischer Kanzleien erhalten, aber immer abgelehnt. "Um unsere Unabhängigkeit zu behalten", erläutert Arno Frings, Managing Partner und Arbeitsrechtler bei den Düsseldorfern. Allein in seinem Fachgebiet betreut die Sozietät Namen wie Coca-Cola, Gothaer, Gerresheimer oder BBDO. Wegen ihres Immobilien- und Baurechtsschwerpunkts ist sie nun nominiert für die Oskar-Verleihung der Anwälte, die alljährlichen Juve-Awards. Darüber hinaus hatte ihr Namensgeber Wolfgang Hölters gut zu tun mit der Beratung zur Privatisierung der Deutschen Bahn.

Die Fusionswelle unter den deutschen Kanzleien rollt bereits seit über zehn Jahren, so dass diese Bekanntgabe nun umso überraschender - und relativ spät - erscheint. Inzwischen ist die Anfangseuphorie der fusionierten Kanzleien bei etlichen auch schon stark abgekühlt. Erweisen sich doch die Briten als wenig partnerschaftlich, sondern gelten als "arrogant gegenüber den eigenen deutschen Partnern, die sie am kurzen Zügel führen", berichtet ein Berliner Jurist. Die Amerikaner haben dagegen den besseren Ruf, da sie ihren deutschen Partnern eher lange Leine lassen. "Testfall war für uns der Orrick-Standort Frankreich, dem es gelungen ist, seine Eigenständigkeit zu bewahren", so Elsing. Der neue Name sei daher Orrik Hölters & Elsing.

Fusionspartner Orrick gilt als expansive Westküstenkanzlei mit besonderer Stärke beim gewerblichen Rechtsschutz, die in den vergangenen 20 Jahren "rasant gewachsen und sehr gut gemanaged ist", erzählt M&A-Experte Siegfried Elsing. Dieses Wachstum wird insbesondere dem Managing Partner von Orrick, Ralph Baxter zugeschrieben. Zu den Referenzmandanten gehören Dow Chemical, Intel, Goldman Sachs oder Citigroup. Die amerikanische Law Firm bringt es auf 1 000 Anwälte weltweit mit 18 Standorten in Asien, Russland, Frankreich und Italien und wurde immerhin bereits 1863 gegründet. Hölters & Elsing soll Orrick nun "den Eintritt auf den deutschen Markt ermöglichen", wünscht sich Orrick-Chef Ralph Baxter. Ihr Ziel sei, hier zu Lande zu den "Marktführen aufzuschließen". Und "wir streben eine führende Rolle bei den nationalen wie den internationalen Kanzleien an ", so Baxter weiter.

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