Anzahl nahezu stabil
Reisebüros kämpfen mit Umsatzeinbußen

Trotz Umsatzeinbußen und stärkerem Online-Geschäft ging die Zahl der Reisebüros in Deutschland im vorigen Jahr nur leicht zurück. Der Anteil des Internet-Geschäfts am Umsatz wuchs dabei durchschnittlich auf zehn Prozent.

HB FRANKFURT. Nach einer Branchenstudie der Fachzeitschrift „FVW International“ UI verringerte sich die Zahl der Haupterwerbsreisebüros lediglich um 0,7 % auf 13 600. Sie machten mit Urlaubsreisen, Bahn- und Flugtickets einen Umsatz von 20 Mrd. €, zehn Prozent weniger als 2002.

Allerdings dürfte es bei den meist kleineren Nebenerwerbsreisebüros nach Einschätzung des Branchenverbandes DRV (Deutscher Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes) erneut zu zahlreichen Betriebsschließungen gekommen sein. Genaue Zahlen lägen noch nicht vor, sagte DRV-Sprecher Christian Boergen am Freitag. Der Negativtrend des Vorjahres dürfte sich aber - wenn auch vermutlich etwas abgeschwächt - fortgesetzt haben. 2002 sei die Zahl der Nebenerwerbsbüros von 5 000 auf 3 000 gesunken, sagte der Sprecher.

Der am Freitag veröffentlichten FVW-Studie zufolge dominieren die großen Touristikkonzerne auch das Reisebürogeschäft. Allerdings liegt Europas größter Reisekonzern Tui mit 4,1 Mrd. € Umsatz in seinen eigenen Reisebüros nur an zweiter Stelle hinter der Rewe Touristik mit 4,2 Mrd. €. Der zweitgrößte Reiseanbieter Thomas Cook dagegen ist im Vertrieb deutlich schwächer mit lediglich 1,1 Mrd. € Umsatz in den eigenen Reisebüros und liegt damit erst auf Rang sechs noch hinter den Lufthansa City Centern.

Zur Existenzsicherung muss ein Reisebüro sich entweder einem der Konzerne oder aber einer Kooperation, Kette oder Franchise-Marke in Deutschland anschließen. Unabhängige Reisebüros repräsentieren der FVW-Studie zufolge nur noch weniger als zehn Prozent des Gesamtumsatzes.

Weltweit gibt es - gemessen an der Einwohnerzahl - nirgendwo mehr Reisebüros als in Deutschland. Dies könnte sich nach Einschätzung des DRV trotz der zuletzt stabilen Entwicklung dennoch bald ändern. „Wenn der von Lufthansa und anderen Fluggesellschaften geplante Wegfall der Ticketprovisionen tatsächlich kommt, werden wir weniger Reisebüros haben. Das zeigt die Entwicklung in den USA“, sagte DRV-Sprecher Boergen. Die Reisebüros sollen ab September nach dem Willen von Lufthansa sich ihren Aufwand mit einem zusätzlichen Service-Entgelt von den Kunden erstatten lassen. Diese würde allerdings auf den unveränderten Ticketpreis aufgeschlagen.

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