Apotheken wollen „ans heimische Krankenbett“ liefern
Präventivschlag gegen Arzneimittel-Versandhandel

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände macht dem Online-Auftritt der Apotheken Beine. Patienten sollen künftig per Internet Medikamente bei einer Apotheke bestellen und sich innerhalb von Stunden liefern lassen können.

HB KÖLN. Diesen „Home-Service“ präsentierte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Mittwoch in Köln zum „Deutschen Apothekertag 2003“ (18.-20.09.). ABDA-Präsident Hans-Günter Friese sagte, der Kunde könne über www.aponet.de jedes in Deutschland zugelassene Arzneimittel online in einer von ihm ausgewählten wohnortnahen Apotheke bestellen. Ein Mitarbeiter dieser Apotheke werde das Präparat dann in der Regel noch am gleichen Tag bis „ans heimische Krankenbett“ ausliefern. Dies sei die Antwort der ABDA auf die künftige Zulassung des Arzneimittel-Versandhandels.

Der Arznei-Versandhandel ist in Deutschland derzeit noch verboten. Dies soll sich aber zum 1. Januar 2004 nach einer Einigung von Bundesregierung und Opposition zur Gesundheitsreform ändern, um den Wettbewerb anzukurbeln. Friese sagte: „Wir haben diese Entscheidung nicht gewollt, aber wir sind nicht unvorbereitet.“ Obwohl der Versandhandel erst 2004 erlaubt sein werde, sehe sich der ABDA mit seinem sofort nutzbaren Zustellservice „im vorhandenen Rechtsrahmen“.

Mit diesem Angebot seien die Apotheken schneller und sicherer als der „unpersönliche und anonyme Versandhandel von weither, auch aus dem Ausland“, meinte Friese. Damit spielte er auf den niederländischen Internet-Arzneihändler DocMorris an, der bereits nach Deutschland versendet. Der Deutsche Apothekerverband hatte dagegen geklagt, unter anderem wegen Verstoßes gegen das deutsche Arzneimittelgesetz. Die Klage beim Europäischen Gerichtshof ist noch nicht entschieden.

Das offizielle Internet-Portal der deutschen Apotheken „aponet“ besteht zwar bereits seit zwei Jahren, allerdings laut ABDA nur als Vor-Bestellsystem. Der Kunde musste sein Medikament bisher selbst in der Apotheke abholen. Ein Sprecher sagte, derzeit beteiligten sich an dem Vor-Bestellsystem mehr als 9000 der 21 500 öffentlichen Apotheken in Deutschland. Mit der Freischaltung der neuen aponet-Version zum Deutschen Apothekertag werde aber eine zusätzliche „erhebliche“ Zahl von Apothekern mitmachen.

Der ABDA räumte aber ein, dass gerade alte und chronisch kranke Menschen vom dem Service möglicherweise wenig profitieren, da sie PC- und Internet häufig nicht nutzen können. „Hier bedarf es eines Umstellungsprozesses“, sagte Friese.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%