Apothekerverbände wollen Vorwürfe umgehend prüfen
Pharmabranche verdächtigt Apotheken des Betrugs

Apotheken sollen in großem Stil Abrechnungen manipuliert haben. Einem Bericht zufolge rechneten sie teurere Medikamente ab, als sie an Patienten abgaben.

HB BERLIN. Zahlreiche Apotheken sind unter Manipulationsverdacht geraten. Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab berichtete, sollen Apotheken in erheblichem Umfang hochpreisige Originalpräparate in Rechnung gestellt haben, obwohl sie tatsächlich preiswertere Ersatzmedikamente ausgegeben hätten. Dabei handelte es sich um Nachahmerpräparate, die in Deutschland gar nicht im Handel seien.

Das habe die Pharmaindustrie «durch Zufall» aufgedeckt und in der vergangenen Woche die gesetzlichen Krankenkassen darüber unterrichtet, so der «Spiegel». Die Hersteller verschreibungspflichtiger Medikamente schätzen den vermeintlichen Schaden auf deutlich über 300 Millionen Euro. Hinzu kämen zusätzliche Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung, welche die zu hohen Preise erstattet haben soll.

Die Apothekerbranche kündigte daraufhin eine lückenlose Aufklärung an. Der Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Elmar Esser, sagte, man gehe davon aus, dass es sich bei den angeblichen Manipulationen um Einzelfälle handle. Die Vorwürfe würden umgehend geprüft. Es könne nicht sein, «dass das Vertrauen, das die Bürger zu Recht in die Apotheken setzen, durch einige wenige schwarze Schafe gefährdet wird».

Ans Licht kamen die mutmaßlichen illegalen Abrechnungen laut «Spiegel» aufgrund der regelmäßigen Übermittlung von Apotheker-Daten an die Hersteller. Zentrale Apotheker-Rechenzentren übermitteln demnach jeden Monat Angaben zu den so genannten Pharmazentralnummern der einzelnen verkauften Medikamente. Verwundert hätten die Hersteller auf den Abrechnungen Nummern von nur im Ausland gehandelten Produkten entdeckt.

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