Arbeitgeberverband
NGG fordert will Mindestlohn in Fleischbranche

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten fordert bessere Arbeitsbedingungen und Löhne in der Fleischindustrie. Sie drängt zudem auf einen Arbeitgeberverband. Bislang gebe es nicht einmal einen Verhandlungstermin.
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BerlinIn der Debatte um bessere Arbeitsbedingungen und Löhne in der Fleischindustrie dringt die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) auf baldige Verhandlungen. Bislang gebe es weder einen tariffähigen Arbeitgeberverband noch einen Verhandlungstermin, erklärte der stellvertretende NGG-Vorsitzende Claus-Harald Güster am Montag in Berlin. Im Interesse aller Beschäftigten der Fleischindustrie, auch der mit Werkverträgen, müssten Verhandlungen aufgenommen werden können, „um Mindeststandards wie einen Einstiegslohn von 8,50 Euro“ zu regeln.

Es sei zwar zu begrüßen, dass Gemeinden in Niedersachsen und auch die Kirchen sich offensiv um osteuropäische Arbeitnehmer kümmerten und sich für Mindeststandards zum Beispiel bei der Unterbringung der Werkvertragsnehmer einsetzten. Bei der Entlohnung und den Arbeitsbedingungen müsse aber die Gewerkschaft NGG als Arbeitnehmervertreterin beteiligt werden. „Kommunen oder kirchliche Beratungsstellen haben nicht das Mandat, Tarifverhandlungen zu führen oder mit einzelnen Unternehmen Löhne zu vereinbaren.“ Derartige Löhne wären weder rechtssicher noch einklagbar, betonte der Gewerkschaftsvize.

Vom Verband der Ernährungswirtschaft war am Montag keine Stellungnahme zu erhalten. Dessen Geschäftsführer Michael Andritzky hatte Ende August gesagt, derzeit gebe es Bemühungen um einen Tarifverbund, in dem die großen Schlachthöfe und Verarbeitungsbetriebe vertreten sind. Sobald dieser stehe, könnten Verhandlungen über einen Mindestlohn aufgenommen werden.

Das Land Niedersachsen hatte Ende August eine Bundesratsinitiative angekündigt, um den Missbrauch von Werkverträgen gesetzlich zu verhindern. Nach dem Tod von zwei osteuropäischen Werftarbeitern in einer Unterkunft in Papenburg im Landkreis Emsland hatten die Kommunen verstärkt solche Unterkünfte unter die Lupe genommen und zahlreiche Quartiere geschlossen. In Niedersachsen schätzen Experten die Zahl der Osteuropäer mit Werkverträgen allein in der Fleischindustrie auf rund 10.000.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Genauso wichtig wäre es ein Kontrollsystem vorzuschreiben damit in den Schlachtbetrieben Tiere nicht länger lebend verbrüht werden. In Dänemark wird bereits flächendeckend ein Stech-Verifikationssystem eingesetzt.

    "Etwa jedes zehnte Schwein ist nach einer Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit nicht richtig betäubt, wenn es geschlachtet wird. Bei Rindern seien es neun Prozent
    ...
    Die grausame Folge für die betroffenen Tiere ist, dass sie bei vollem Bewusstsein getötet werden, etwa, indem sie bei lebendigem Leib kopfüber in ein heißes Brühbad getaucht werden, wo sie ertrinken.
    ...

    Der Arbeitsdruck in den Schlachtbetrieben sei extrem hoch, die überwiegend osteuropäischen Mitarbeiter sehr schlecht bezahlt und ganz häufig schlicht unsensibel für den Umgang mit den Tieren. Und die Betäubungsmethoden seien mangelhaft. Es gebe noch kein Verfahren, das absolut zuverlässig bis zum Eintreten des Todes betäube.
    ...

    siehe www.stern.de/panorama/billige-schnitzel-leidende-tiere-deutschlands-massenschlachtung-im-visier-1844123.html

  • Wieso schafft man nicht einfach die Werkverträge ab?

    Auf http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/19/steuer-erleichterung-dank-leiharbeit-fleisch-industrie-spart-millionen/ hat jemand diesen Kommentar abgegeben:

    "Schlachthöfe und die rot-grüne-Mindestlohnheuchelei!
    Ich weiß die Jahreszahl nicht mehr, aber als unter grün-rot vor etlichen Jahren neue EU-Mitglieder zum Jahreswechsel beitraten wurden im betreffenden Januar d.J. schlagartig an die zehntausend deutsche Schlachter ihren Job los und zwar unwiederbringlich.

    Was war geschehen? Die neuen "Arbeitnehmer" aus den neuen EU-Beitrittsstaaten verdingten sich bei deutschen Schlachthöfen als "selbständige" Unternehmen und müssen daher keine Sozialabgaben zahlen. Wozu auch, dazu gibt es doch die deutschen Deppen, die noch einen Vollzeitjob haben und das ganze importierte Euroland-Elend sozialtechnisch mittragen. (...)"

    Hier im Video ist das gut dokumentiert:

    "Deutschlands neue Slums - Das Geschäft mit den Armutseinwanderern"
    siehe www.youtube.com/watch?v=cD49AaPuZ1s

    Deutsche Großunternehmer wie der im Video genannte stopfen sich dank EU-Grenzöffnung die Taschen voll, während Steuerzahler, Anwohner in Problemvierteln und Opfer von Kriminalität die Zeche zahlen.

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