Arbeitskampf
Lokführer fahren die harte Tour

Das Nürnberger Arbeitsgericht hat in einem Eilverfahren einen Streik der Lokführer bis zum 30. September untersagt. Die Gewerkschaft (GDL) hat Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt. Doch das ist nicht die einzige Reaktion der Arbeitskämpfer: Die Lokführer kündigten für die Zukunft ein weitaus drastischeres Vorgehen an.

HB FRANKFURT. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL will als Reaktion auf den gerichtlichen Stopp ihrer Streikpläne bei der Bahn künftig ohne Vorwarnung streiken. Bis zur weiteren gerichtlichen Klärung liege der Arbeitskampf aber auf Eis gelegt, sagte Gewerkschaftschef Manfred Schell am Mittwoch in Frankfurt. „Wir werden logischerweise in Zukunft nicht mehr 24 Stunden davor die Bevölkerung vor einer Arbeitskampfmaßnahme warnen“, fügte Schell hinzu. Die Bahn habe keinerlei Hinweise gegeben, dass sie die zuvor in Frankfurt zurückgezogenen Anträge auf ein Streikverbot dann beim Arbeitsgericht Nürnberg eingereicht habe. Das dortige Gericht hatte am Mittwoch Streiks im Personen- und Güterverkehr vorerst untersagt.

Gegen diese Entscheidung legte die GDL nach Schells Worten umgehend Widerspruch ein. Die Lokführergewerkschaft teilte am späten Mittwochnachmittag weiter mit, selbst wenn sie am Freitag im Widerspruchsverfahren gegen das Streikverbot Recht bekommen werde, werde sie dennoch bis Sonntag von dann möglichen Streiks im Güter- und Personenverkehr absehen.

Das Arbeitsgericht Nürnberg, das am Mittwoch auf Antrag der Bahn eine einstweilige Verfügung gegen den ab (dem morgigen) Donnerstag geplanten Streik erlassen hatte, entscheidet am Freitag über den Widerspruch der GDL. Sollte das Gericht das Verbot bestätigen, will die GDL umgehend in Berufung vor das Landesarbeitsgericht gehen.

Schell griff die Nürnberger Gerichtsentscheidung in scharfen Worten an. „Das halte ich schlichtweg für verfassungswidrig“, sagte der Gewerkschaftschef. Es sei für die GDL nicht vorstellbar, dass ein Gericht das grundgesetzlich verbürgte Recht auf Streik aufhebe.

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