Arbeitskampf verschärft
AUA-Piloten streiken am Freitag

Die Piloten der Austrian Airlines AG (AUA) werden am Freitagnachmittag streiken. Dies bestätigte ein Sprecher der Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr (HTV) am Donnerstag gegenüber Reuters. Schon am Mittwoch war es aus der Gewerkschaft verlautet, dass nach den für Freitag, 16 Uhr MESZ, angesetzten Betriebsversammlungen bei AUA und der Tochter Lauda Air ein Streik möglich sei.

Reuters WIEN. Seitens der AUA gab es vorerst keinen Kommentar. Die AUA hat aber seit vergangener Woche stets betont, dass sie auf einen Streik vorbereitet sei. Der Arbeitskampf bei der AUA wegen geplanter Sparmaßnahmen hatte sich am Dienstag wieder verschärft, nachdem ein Gespräch zwischen dem AUA-Vorstandsvorsitzenden Vagn Sörensen und dem Vorsitzenden des Betriebsrates Bord der AUA (BRB), Wolfgang Hable, keine Annäherung der Standpunkte gebracht hatte.

Vergangenen Donnerstag mündete eine Betriebsversammlung der AUA-Piloten und Flugbegleiter in einem spontan ausgerufenen zweistündigen Warnstreik. 13 Flüge waren betroffen, aber nur bei zwei kam es zu erheblichen Verspätungen. Die Piloten der Töchter Tyrolean Airways und Lauda Air hatten sich dem Streik nicht angeschlossen.

Aus Gewerkschaftskreisen hieß es am Donnerstag, „dass es diesmal sicher länger als zwei Stunden dauern wird“. Wann der Streik beginnen werde, ist offen, man könne aber davon ausgehen, dass es rund um die Betriebsversammlung sein werde. Der Charterverkehr solle von den Streiks ausgenommen werden.

Seit einem Jahr verhandeln die AUA-Führung und der BRB über Sparmaßnahmen. Das Management will die Piloteneinheitskosten der AUA um 35 % senken, um zehn Prozent bereits 2004. Die HTV und der BRB fordern indes einen einheitlichen Kollektivvertrag für alle Konzerngesellschaften - AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways.

Der Konzern-Kollektivvertrag wird von der AUA-Führung abgelehnt, weil sie eine Nivellierung der Kosten nach oben befürchtet, zumal die AUA-Piloten im Durchschnitt um rund ein Drittel mehr verdienen als die Kollegen von Lauda Air und Tyrolean Airways.

Der BRB der AUA ist zu Kompromissen bereit. Die AUA-Piloten haben sich bereits mit dem ursprünglich abgelehnten zweiten Gehaltsschema für neu eintretende Piloten abgefunden und haben die Kürzung der Einstiegsgehälter um 20 % angeboten. Zudem sind sie bereit, die flexibleren Arbeitszeitregelungen der Lauda Air zu akzeptieren und das Pensionssystem umzustellen.

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