Arbeitsmarkt
Zeitarbeit kaum noch gefragt

Der Zeitarbeitsbranche steht wegen der Wirtschaftskrise eine Marktbereinigung ins Haus, in der nur die Stärksten überleben werden. Experten erwarten einen Umsatzeinbruch in der Branche von 40 Prozent. Bislang wurden die kleinen Anbieter von der Abbauwelle verschont - doch diese müssen sich nun auf einen Verdrängungswettbewerb einstellen.

DÜSSELDORF. "Alle müssen raus" und "15 Prozent auf alle Hilfs- und Fachkräfte": Zeitarbeitsfirmen wie S+F aus Olpe schrecken nicht mehr vor Rabattaktionen zurück, die man bislang allenfalls von Discountern kannte. S+F hat die umstrittene Werbung zwar inzwischen zurückgezogen und sich bei den Mitarbeitern entschuldigt. Solche Aktionen haben aber einen realen Hintergrund: Nach dem starken Wachstum der vergangenen Jahre steht der Zeitarbeitsbranche wegen der Wirtschaftskrise eine Marktbereinigung ins Haus, in der nur die Stärksten überleben werden.

Marktforscher Lünendonk rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzeinbruch der Branche von mindestens 30 bis 40 Prozent. 2008 war der Umsatz noch um 3,5 Prozent auf 14,7 Mrd. Euro gestiegen, der der 25 größten Unternehmen sogar um knapp vier Prozent nach zweistelligen Zuwachsraten in den Vorjahren.

Seit Ende 2008 litten die Unternehmen der Branche besonders unter dem Nachfragerückgang, sagte Hartmut Lüerßen, Partner bei Lünendonk, anlässlich der Vorstellung der Lünendonk-Liste 2009. Diese Liste der größten Zeitarbeitsfirmen gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung der Branche. Das Ergebnis: Große Autohersteller und Industrieunternehmen hätten in großem Stil Aufträge storniert. Bislang seien die kleineren Zeitarbeitsanbieter von der Abbauwelle verschont geblieben. Das werde sich ändern - sie müssten sich auf einen Verdrängungswettbewerb mit den großen Anbietern einstellen, weil inzwischen auch die großen Firmen mittelständische Kunden entdeckten.

Die Branche habe von der Liberalisierung im Zuge der Hartz-Reformen in den vergangenen Jahren sehr profitiert, meint Hilmar Schneider vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit IZA. Die dadurch erreichte Flexibilisierung heiße aber auch, dass diese in der Krise nach unten möglich sei.

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