Arbeitsniederlegung: Flugsicherung klagt gegen geplanten Lotsenstreik

Arbeitsniederlegung
Flugsicherung klagt gegen geplanten Lotsenstreik

Einen geplanten Streik der Fluglotsen will die Deutsche Flugsicherung mit einer Klage abwenden. Der Streik soll am Mittwoch für eine Stunde stattfinden. Das Arbeitsgericht verhandelt nun den Fall.
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FrankfurtDie Deutsche Flugsicherung (DFS) will einen geplanten Streik der Fluglotsen mit einer Klage abwenden. Die DFS habe eine einstweilige Verfügung gegen die für kommenden Mittwoch geplante Arbeitsniederlegung eingereicht, teilte das Arbeitsgericht Frankfurt am Mittwoch mit. Verhandelt werde der Fall kommenden Montag. Die deutschen Fluglotsen wollen am Mittwoch nächster Woche die Arbeit für eine Stunde niederlegen und sich damit an europaweiten Streikaktionen beteiligen.

Wann genau die deutschen Fluglotsen streiken, ist noch nicht bekannt. Mit dem Ausstand wollen sie gegen eine von der EU-Kommission vorangetriebene Reform der europäischen Luftraumüberwachung demonstrieren. Fluggesellschaften wie der Lufthansa steht damit Chaos bevor: Denn ohne Fluglotsen darf in ganz Deutschland kein Flugzeug starten oder landen - selbst das Überfliegen des Landes ist verboten. Die 2000 Lotsen, die für die bundeseigene DFS arbeiten, wickeln täglich etwa 10.000 Flüge ab.

Die Lotsen schließen sich mit dem Ausstand einem Großstreik der Flugkontrolleure aus anderen europäischen Ländern in der nächsten Woche an. Die französischen Fluglotsen planen, die Arbeit von Montag bis Freitag ruhen zu lassen - die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber laufen aber noch. In Italien ist Mittwoch ein vierstündiger Streik geplant. Daneben haben auch die Fluglotsen aus Portugal, der Slowakei und Ungarn Aktionen angekündigt. Hinter der Streikwelle stehen die europäische Fluglotsengewerkschaft ATCEUC, die 14.000 Mitglieder vertritt, sowie die Europäische Transportarbeitergewerkschaft ETF.

Mit den Streiks protestieren die Fluglotsen gegen die geplante Reform der europäischen Flugsicherung durch die EU-Kommission. Die EU-Kommission hatte 2004 den einheitlichen europäischen Luftraum auf den Weg gebracht, um die Luftfahrt nach Verkehrsströmen und nicht nach Landesgrenzen auszurichten. Ziel ist neben einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen auch ein besseres Flugverkehrsmanagement - dazu zählen Sicherheitsstandards, aber auch eine Senkung der Kosten. Arbeitnehmervertreter wie die GdF werfen der Kommission vor, sie fordere stetige Gebührensenkungen, die den Airlines zugute kämen. Die Flugsicherungsfirmen würden dabei so stark unter Druck gesetzt, dass dort ein Überlebenskampf beginne, unter dem letztlich die Sicherheit im Luftraum leiden werde, argumentieren sie.

Die GdF hatte zuletzt 2011 zweimal fast gestreikt - die Gewerkschaft hatte damals nach monatelangen, zähen Tarifverhandlungen die Fluglotsen in ganz Deutschland zum Ausstand aufgerufen. Diese wurden aber jeweils in letzter Minute abgeblasen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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