Arcandor-Aufsichtsrat tagt heute
Quelle-Erbin Schickedanz in Bedrängnis

Was für eine Achterbahnfahrt: Erst zog die Arcandor-Aktie um 20 Prozent an, dann fiel sie um 46 Prozent. Ausgerechnet die größte Aktionärin hat nun ein ganz besonderes Problem: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz kaufte ihre Papiere zu großen Teilen auf Pump.

ESSEN. Der dramatische Kursverfall der Arcandor-Aktie treibt eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft in ein schweres Dilemma. Die 64-jährige Versandhauserbin Madeleine Schickedanz hat nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen ihr Mehrheitspaket an dem Essener Arcandor-Konzern mit mehr als 500 Millionen Euro fremdfinanziert. Ihre Aktien sind aber seit Freitag nur noch 234 Millionen Euro wert.

Finanzierungspartner von Schickedanz ist ihre Hausbank Sal. Oppenheim. Die traditionsreiche Kölner Privatbank verweigerte auf Anfrage eine Auskunft darüber, wie sie nun mit dem Thema umgehen will. Ein Sprecher betonte, man äußere sich niemals zu Kundenbeziehungen – weder, ob sie existieren, noch, wie sie verlaufen. Grundsätzlich sei es aber so, dass Sal. Oppenheim bei einer solchen Finanzierung auf mehr Sicherheiten bestehe als nur Aktien. Auf welche anderen Vermögenswerte von Schickedanz Sal. Oppenheim nun Zugriff haben könnte, ließ er offen.

Leo Herl, der Ehemann und Vermögensverwalter von Madeleine Schickedanz, beantwortete auf Anfrage keine Fragen zum Aktienpaket seiner Frau. Fest steht, dass ihre 123 Millionen Arcandor-Aktien seit Jahresbeginn 88 Prozent ihres Wertes verloren haben. Die 53 Prozent, die Schickedanz an dem Handels- und Tourismuskonzern hält, waren Anfang Januar noch 1,9 Milliarden Euro wert. Dieser Betrag hat sich seither um 1,7 Milliarden Euro reduziert.

Madeleine Schickedanz ist die Tochter von Gustav Schickedanz, der 1927 das Versandhaus Quelle gründete und das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Grete zu einer der größten Erfolgsgeschichten der deutschen Nachkriegswirtschaft ausbaute. 1999 fusionierte Quelle mit Karstadt, 2004 schoss Schickedanz dem seinerzeit kriselnden Konzern im Rahmen einer Kapitalerhöhung 280 Millionen Euro zu und stockte ihre Anteile mit zusätzlichen Mitteln auf, während sich der andere Familienzweig um ihre Nichte Margarethe Dedi-Riedel zurückzog. Seit 2007 firmiert das Unternehmen als Arcandor AG.

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