Arcandor
Cordes' Trumpfkarte zeigt Wirkung

Während Arcandor-Chef Gerhard Eick in Berlin noch verzweifelt um Staatshilfe kämpft, spielt Metro-Chef Eckhard Cordes bereits seine Trumpfkarten aus. In zahlreichen Gesprächen versucht der Manager derzeit mit wachsendem Erfolg, die Politik von seiner privatwirtschaftlichen Lösung zu überzeugen.

BERLIN. Bei seinem Treffen mit SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag versicherte Cordes, dass im Fall einer Fusion der ganz überwiegende Teil der Arbeitsplätze bei der Arcandor-Tochter Karstadt gerettet werden könne. Auch die Horrorvision einer Verödung der Innenstädte wies Cordes zurück.

Damit will er die dringendsten Sorgen der SPD besänftigen. Insgesamt habe er in Berlin den Eindruck gewonnen, dass das Thema Karstadt "möglichst nicht parteipolitisch benutzt werden soll", hieß es in Unternehmenskreisen. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat für Montag die Bürgermeister der Karstadt-Standorte nach Berlin geladen.

Das Konzept der Deutschen Warenhaus AG, für die der Metro-Chef derzeit die Werbetrommel rührt, sieht ungefähr so aus: Karstadt und Kaufhof verfügen zusammen über 204 Standorte. Rund 20 besonders unrentable Häuser stünden schon jetzt vor dem Aus. Hinzu kämen rund 30 Standorte, bei denen die beiden Marken doppelt vertreten sind und in unmittelbarer Nachbarschaft liegen. Allerdings könnten zwölf Häuser von Metros Media-Markt-Kette übernommen werden. Der Arbeitsplatzabbau liege demnach unter 5 000 Stellen, heißt es in Berlin. Arcandor-Chef Eick indes warnt im Fall einer Arcandor-Pleite vor 55 000 verlorenen Arbeitsplätzen, die den Staat rund eine Milliarde Euro kosten würden.

Steinmeier betonte gestern nach seinem Gespräch mit Cordes, das "eine Insolvenz aus heutiger Sicht die schlechteste Lösung ist." Der SPD-Politiker vermied aber, die Forderung von Eick nach Staatshilfe für Arcandor ausdrücklich zu unterstützen. Steinmeier betonte vielmehr, ihm gehe "es darum, dass die Arbeitnehmer jetzt nicht die Zeche dafür zahlen, dass schwerwiegende Managementfehler bei Arcandor gemacht wurden." Damit widerspricht Steinmeier auch der Argumentation von Arcandor, die aktuellen Probleme seien erst durch die Krise entstanden. Dies ist aber Voraussetzung für die Gewährung von Staatshilfe.

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