Arcandor
Erste Angebote für KaDeWe und Co.

Gute Nachrichten für Arcandor: Für die Edel-Kaufhäuser des Handels- und Touristikkonzerns gibt es bereits mehrere Interessenten. Das KaDeWe und die anderen Warenhäuser erfreuen sich offenbar größter Beliebtheit.

HB KÖLN. Der angeschlagene Karstadt-Mutterkonzern Arcandor hat Interessenten für seine Premium-Kaufhäuser in Berlin, Hamburg und München gefunden. „Ich kann bestätigen, dass wir erste Anfragen haben“, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. „Es gibt aber keine konkreten Verhandlungen.“ Die „Bild“-Zeitung berichtete, gebe es auch Anfragen aus Deutschland. Arcandor zählt die Traditionskaufhäuser KaDeWE in Berlin, Alster-Haus in Hamburg und Oberpollinger in München nicht mehr zum Kerngeschäft.

Der neue Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hatte in dieser Woche ein Konzept vorgestellt, mit dem er das Überleben des Reise- und Handelskonzerns sichern will. Die drei Premium-Häuser werden in ein eigenes Vorstandsressort ausgegliedert, ebenso wie das stationäre Quelle-Geschäft aus der Versandhandelssparte Primondo, acht Karstadt-Häuser und eine Karstadt-Sports-Filiale, die kein Geld bringen. Die Zukunft des ausgelagerten Geschäfts ist offen. Von einem Verkauf über eine Fortführung in anderer Form bis hin zur Schließung ist alles denkbar, wie Eick deutlich machte.

Die Karstadt-Warenhäuser sollen sich auf die „profilierte Mitte der Gesellschaft“ konzentrieren. Die Filialen sollen verstärkt mit Menschen mittleren Einkommens Umsatz machen, zur Zielgruppe der 35- bis 55-Jährigen sollen die Menschen im Alter von 55 bis 65 Jahren zusätzlich ins Visier genommen werden. Das Sport- und Mode-Angebot will Karstadt ausweiten - zu Lasten von Multimedia und anderen Bereichen, die ungenügend Geld bringen.

Arbeitnehmervertreter im Arcandor-Aufsichtsrat wehren sich gegen die Schaffung des neuen Vorstandsressorts und den möglichen Verkauf der Premium-Häuser, den sie „schädlich“ finden. Die Ausgliederung von Geschäften werde den Eindruck hinterlassen, dass Zusagen des Vorstands nicht verlässlich seien, so Verdi-Vize Margret Mönig-Raaane, Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt und Quelle-Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel in dieser Woche.

Arbeitnehmervertreter und Vorstand hatten sich im Herbst 2008 auf einen Sanierungsvertrag geeinigt, mit dem der Konzern über drei Jahre 345 Mio. Euro beim Personal sparen will. Mitarbeiter verzichten auf bis zu zwölf Prozent ihres Jahreseinkommens, im Gegenzug soll keiner von ihnen vor die Tür gesetzt werden. „Die Zustimmung und Akzeptanz des Zukunftspaktes war und ist gekoppelt an die Zusicherung weitgehender Standort- und Beschäftigungssicherung“, so die Arbeitnehmervertreter.

Die geplante Weiterentwicklung des Sortiments und der Schwerpunkt auf die „profilierte Mitte“ bezeichnen die Arbeitnehmervertreter hingegen als richtige Initiativen. Auch die Prüfung von möglichen Staatshilfen unterstützen sie. „Alle Möglichkeiten, Arcandor zu stabilisieren, sollten genutzt werden“, hatte Mönig-Raane gesagt.

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