Arcandor-Insolvenz
Hoffnung für Karstadt-Mitarbeiter

Der Zusammenbruch von Arcandor ist die bislang größte Pleite in der Bundesrepublik. Trotz Rekordforderungen der Gläubiger können sich die Beschäftigten der Tochter Karstadt Hoffnung machen. Zuletzt lief es im Oktober besser als erwartet.

DÜSSELDORF. Die Arcandor-Pleite stellt alle bisher dagewesen Insolvenzverfahren in den Schatten: 19 Milliarden Euro Schulden hat der Konzern. Über 50.000 Gläubiger haben Ansprüche angemeldet. Heute hat das Verfahren mit der Arcandor-Holding begonnen, für die derzeit noch 94 Beschäftigte arbeiten.

Morgen wird Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg der Gläubigerversammlung aktuelle Zahlen für Karstadt präsentieren und dürfte nach Informationen des Handelsblatt dabei positiv überraschen. Vor allem der Oktober sei „sehr gut gelaufen“, bestätigte Görgs Sprecher am Wochenende.

In der Branche heißt es zudem, Karstadt habe mit seinen Lieferanten bereits Verträge fürs Sommergeschäft 2010 abgeschlossen. Akut von Schließung bedroht ist zurzeit nur „eine Handvoll Häuser“. Damit verdichten sich die Anzeichen für eine Stabilisierung des Kaufhauskonzerns. Für Görg steigen die Chancen, nach erfolgreicher Sanierung einen Käufer zu finden.

Wichtiger Beitrag zur Sanierung sind auch die am Wochenende ausgehandelten Zugeständnisse der Karstadt-Beschäftigten über 150 Mio. Euro. Das mit der Gewerkschaft Verdi unterzeichnete Eckpunktepapier lässt den „Zukunftspakt“ aus dem Jahr 2008 wieder aufleben, der mit dem Insolvenzantrag ausgesetzt worden war. Verdi wird am Montag entscheiden, ob daraus ein Sanierungstarifvertrag wird. Die Lohnzugeständnisse der Beschäftigten sollen vorerst auf ein Treuhandkonto fließen.

Der Handelskonzern Arcandor, zu dem Karstadt gehört, hatte im Juni 2009 Insolvenz angemeldet. Seither arbeitet Görg an der Sanierung und sucht Investoren. Bei der Arcandor-Tochter Quelle gelang ihm das nicht, der Versandhändler wird jetzt abgewickelt. Konkurrent Metro mit seiner Warenhaustochter Kaufhof hatte zunächst Interesse an Teilen Karstadts angemeldet, bislang aber keine Offerte abgegeben.

Mit der erfreulichen Entwicklung Karstadts schwinden allerdings die Chancen Metros, bei einer Zerschlagung nur die besten Warenhausstandorte herausgreifen zu können. Von den 17 Warenhäusern auf Görgs Prüfliste für eine Schließung haben rund sechs definitiv keine Zukunft, weil sie sich „so oder so nicht rechnen“, heißt es in Konzernkreisen.

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