Arcandor
Karstadt-Chef in Nöten

Arcandor steht vor der Pleite. Doch noch schlimmer als die Insolvenz des Mutterkonzerns wäre für Karstadt-Chef Stefan Herzberg eine Übernahme durch Kaufhof: Durch eine Fusion des Essener Warenhauskonzerns mit dem Wettbewerber könnte Herzberg zurück in die Arme seines Ex-Chefs fallen.

DÜSSELDORF. Um seine eigene Karriere macht sich Karstadt-Chef Stefan Herzberg, wie er selbst versichert, keine Sorgen. "Ich habe einen Gabelstapler-Führerschein", ließ der 43-Jährige neulich wissen, "ich bin abgesichert." Mit dem Auffrischungslehrgang sollte er bald beginnen. Denn die Chancen, seinen derzeitigen Job zu behalten, werden von Tag zu Tag ungewisser.

Ob er die Leitung von Deutschlands größter Warenhauskette behält, wird wohl allein die Spendierfreudigkeit der Bundesregierung entscheiden. Verweigert sie Karstadts Mutterkonzern Arcandor die gewünschten Kreditbürgschaften über 650 Mio. Euro, wäre der Essener Konzern ab dem 12. Juni - acht Tage nach Herzbergs Geburtstag - ein Fall für den Insolvenzrichter. Das Schicksal des Essener Warenhauschefs wäre damit besiegelt, denn der forsche Manager mit dem zurückgegelten dunklen Haar sitzt seit Dezember gleichzeitig im Vorstand des angeschlagenen Mutterkonzerns.

Entsprechend laut fiel am Wochenende sein Hilferuf aus. Die Biografien von mehr als 50 000 Mitarbeitern würden gebrochen, malte er in einem Zeitungsinterview aus, falls Arcandor in die Pleite schlittere. Zu befürchten seien zahlreiche Folgeinsolvenzen bei Lieferanten. Und natürlich würden auch Deutschlands Innenstädte, gäbe es kein Karstadt mehr, grenzenlos veröden.

Noch schlimmer als eine Pleite käme jedoch für Herzberg die Übernahme durch Wettbewerber Kaufhof. Dort hatte er zwei Jahre lang als Vorstand den Verkauf geleitet, am Ende aber ein ungeheures Ausmaß an verbrannter Erde in der Führungsebene hinterlassen.

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