Arcandor-Prozess
Gerichtsstreit um Handelskonzern könnte mit Vergleich enden

Seit einiger Zeit streiten sich der Insolvenzverwalter von Arcandor und ehemalige Vorstände des pleitegegangenen Handelskonzerns vor Gericht. Nun signalisieren beide Parteien überraschend Interesse an einem Vergleich.
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HammIm Gerichtsstreit zwischen dem Insolvenzverwalter des 2009 pleitegegangen Handelskonzerns Arcandor sowie ehemaligen Vorstandsmitgliedern und zwei Aufsichtsräten deutet sich eine Einigung an. Nach der Vernehmung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff als Zeugen schlug das Oberlandesgericht am Mittwoch zuerst einen Teilvergleich vor.

Überraschend signalisierten sowohl die Anwälte des Insolvenzverwalters als auch die Vertreter der Beklagten daraufhin sogar Interesse an einem Vergleichsvorschlag, um das gesamte Verfahren zu beenden. Den will der Vorsitzende Richter Rüdiger Hütte jetzt noch in diesem Jahr vorlegen.

Der Insolvenzverwalter wirft dem ehemaligen Vorstand und Teilen des Aufsichtsrats Boni- und Abfindungszahlungen vor, als das Unternehmen bereits längst in Schieflage geraten war.

Das Landgericht Essen hatte 2013 deshalb die Beklagten zu Zahlungen verurteilt. In der ersten Instanz wurde der ehemalige Bertelsmann-Chef zur Rückzahlung von rund 3,4 Millionen Euro verurteilt. Umstritten ist, ob der ehemalige Top-Manager private Termine mit dienstlichen verquickte. Er bestreitet das. Als Zeuge musste Middelhoff zu einer langen Liste von Flügen Stellung beziehen.

Unter anderem wegen der Abrechnung privater Flugkosten zulasten des Arcandor-Konzerns war Middelhoff im November 2014 in einem Untreue-Prozess zu drei Jahren Haft verurteilt worden, die der frühere Manager zurzeit im offenen Vollzug absitzt. Ausdrücklich wies das Gericht in Hamm daraufhin, dass es in dem Zivilstreit um andere Bewertungskriterien gehe.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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