Arcandor-Tochter
Druck des Quelle-Katalogs komplett gestoppt

Neue Unsicherheit für Quelle: Die beteiligten Druckereien haben Druck und Auslieferung des Hauptkatalogs für das insolvente Versandhaus komplett gestoppt. Zumindest die Schlott-Gruppe hat Zweifel, dass sie für den Auftrag bezahlt wird.

HB FÜRTH/FREUDENSTADT/ESSEN. Neue Probleme für die Arcandor-Tochter Quelle: Die Schlott-Gruppe betrachtet die Bezahlung des Katalogsdrucks bislang einem Sprecher zufolge als nicht gewährleistet. "Wir haben noch keine Zusage", sagte er am Freitag. Deshalb stehen die Maschinen des Unternehmens bereits seit Mittwoch still. Sobald es eine Zusage vom Insolvenzverwalter über die Bezahlung gebe, würden Druck und Auslieferung des Katalogs wieder aufgenommen, sagte der Sprecher. Die Schlott-Gruppe (Freudenstadt) druckt etwa ein Drittel der Gesamtauflage des Katalogs, den Quelle zum überleben dringend benötigt. Zwei Drittel der Exemplare kommen von der Druckerei Prinovis.

Auch diese hat Druck und Auslieferung ausgesetzt, wie ein Prinovis-Sprecher am Freitag mitteilte. Hintergrund sei ein Eigentumsvorbehalt, den Schlott und eine weitere Druckerei hinsichtlich vorproduzierter Bögen gemacht hätten. Deshalb sei Prinovis verpflichtet gewesen, sämtliche Arbeiten zu stoppen. Denn ohne diese Vorprodukte könne der Quelle-Katalog nicht fertig gestellt werden. Der insolvente Versandhändler Quelle benötigt den Katalog dringend, um sein Geschäft wieder anzukurbeln.

Der Bund sowie die Länder Bayern und Sachsen hatten Quelle einen Massekredit über 50 Mio. Euro gegeben. Die EU-Kommission hatte den Kredit am Dienstag sofort genehmigt. Dennoch verfügt die Arcandor-Tochter noch nicht über Liquidität, wie ein Quelle-Sprecher am Freitag bestätigte. Es sei bisher nicht klar, wofür der Insolvenzverwalter das Geld einsetzen werde, sagte der Schlott-Sprecher. Quelle hofft, dass die Zahlungsfähigkeit Mitte nächster Woche wieder hergestellt sei. "Sobald wir Zugriff auf die Konten haben, werden wir in unserem eigenen Interesse die drängendsten Rechnungen bezahlen."

Die Quelle-Mutter Arcandor rechnet innerhalb der nächsten Tage mit einer Wiederaufnahme der Zahlungen der Valovis-Bank an das Fürther Versandhaus. "Das wird sich nächste Woche klären. Dann läuft alles wieder normal", sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in Essen.

Der Insolvenzverwalter geht ebenfalls davon aus, dass die Essener Valovis-Bank bis zum kommenden Mittwoch die Zahlungen an Quelle wieder aufnehmen könne. Bis zum Montag sei mit der Vorlage des äußerst komplizierten Vertrags zu rechnen, der derzeit bereits 700 Seiten umfasse, sagte Thomas Schulz, der Sprecher des Arcandor- Insolvenzverwalters. Zahlreiche Auflagen aus Brüssel und des Bundes müssten darin berücksichtigt werden. Die Valovis-Bank, die die Finanzgeschäfte für Quelle abwickelt, hat das Versandhaus nach der Insolvenzanmeldung von jeglichen Geldströmen abgeschnitten.

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