Arcandor-Tochter
Sparkurs bei Thomas Cook

Angesichts der prekären Lage seines Großaktionärs Arcandor will sich der Reiseanbieter Thomas Cook ein neues Sparprogramm verordnen. In den kommenden beiden Jahren sollen die Kosten um einen zweistelligen Millionenbetrag gesenkt werden. Inwieweit die 4 000 Beschäftigten in Deutschland davon betroffen sein werden, ist noch unklar.

HB FRANKFURT. Der zum angeschlagenen Arcandor-Konzern gehörende Reiseanbieter Thomas Cook will sich in Deutschland ein neues Sparprogramm verordnen. „Thomas Cook Deutschland bestätigt, dass Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen wurden, um Vorschläge für eine weitere Effizienzsteigerung des operativen Geschäfts und eine weitere Verbesserung der Kostenstrukturen zu diskutieren“, erklärte das Unternehmen am Samstag und bestätigte damit einen Bericht des „Spiegel“. Das Nachrichtenmagazin hatte gemeldet, Geschäftsführung und Betriebsrat hätten Verhandlungen über ein von der Unternehmensberatung Roland Berger verfasstes Sparprogramm aufgenommen.

Die Geschäftsstrukturen würden unabhängig von der gesamtwirtschaftlichen Lage permanent überprüft, erklärte das Unternehmen. Thomas Cook habe sich in den vergangenen fünf Jahren von einem defizitären zu einem der profitabelsten Unternehmen der Touristik entwickelt.

Nicht äußern wollte sich das Reiseunternehmen zu Informationen des „Spiegel“ über einen geplanten Stellenabbau. „Solange die Gespräche mit dem Betriebsrat andauern, wäre es unpassend, öffentlich bereits über Details zu sprechen“, hieß es. Die Mitarbeiter seien über die Verhandlungen informiert. Laut „Spiegel“ will Thomas Cook vor allem die Personal-, Vertriebs- und EDV-Kosten in den kommenden beiden Jahren um einen zweistelligen Millionenbetrag senken. Firmen-Insider hätten gesagt, 150 bis maximal 250 Jobs stünden auf der Kippe, meldete das Magazin.

Eine mit der Situation vertraute Person bestätigte Pläne für Jobstreichungen in Deutschland. Die Stellen sollten in den kommenden zwei Jahre vorrangig über Fluktuation, Altersteilzeit und Nichtnachbesetzung abgebaut werden. In Deutschland hat Thomas Cook mit Condor 4 000 Beschäftigte.

„Arcandor hat uns in der Vergangenheit enorm unterstützt, daher verfolgen wir die Entwicklung natürlich mit einer gewissen Sorge“, sagte Vorstandschef Manny Fontenla-Novoa der „Financial Times Deutschland“. Zugleich betonte er, dass type=„organisation„ value=„GB00B1VYCH82„>Thomas Cook finanziell und operativ unabhängig von dem Essener Konzern arbeite: „Wir haben einen eigenen Vorstand, eigene Kreditlinien und eigene Kapitalreserven“, sagte Fontenla-Novoa. Die knapp 53 Prozent, die type=„organisation„ value=„DE0006275001„>Arcandor an type=„organisation„ value=„GB00B1VYCH82„>Thomas Cook hält, hätten sich in den vergangenen Jahren nach dem Zeitungsbericht zu type=„organisation„ value=„DE0006275001„>Arcandors wichtigster Stütze entwickelt. Während die hundertprozentigen Töchter Karstadt und Primondo im Geschäftsjahr 2007/08 jeweils Verluste schrieben, erzielte type=„organisation„ value=„GB00B1VYCH82„>Thomas Cook bei einem Umsatz von 11,5 Mrd. Euro einen Gewinn in Höhe von 112 Mill. Euro. Bis zum 12. Juni hat der Handels- und Touristikkonzern noch Zeit, um die drohende Pleite abzuwenden. In dieser Zeit muss type=„organisation„ value=„DE0006275001„>Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick eine staatliche Bürgschaft aushandeln, um einen 650-Millionen-Euro-Kredit zu verlängern. Karl-Gerhard Eick, der erst im März auf Thomas Middelhoff folgte, mache einen „großartigen Job“, lobte Fontenla-Novoa. „An Spekulationen, wie es weitergehen könnte, beteiligen wir uns daher nicht. Wir müssen uns jetzt auf unser operatives Geschäft konzentrieren, um unseren Beitrag zur Rettung von type=„organisation„ value=„DE0006275001„>Arcandor zu leisten“, so der Manager.

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