Armin Rehberg
Penny-Chef nimmt seinen Hut

Der Handelskonzern Rewe trennt sich vom Chef seiner Discounttochter Penny, Armin Rehberg. Das teilte die Rewe Group am Donnerstag in Köln mit.
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HB KÖLN. Der Handelskonzern Rewe trennt sich vom Chef seiner Discounttochter Penny, Armin Rehberg. Das teilte die Rewe Group am Donnerstag in Köln mit. Rehberg habe „wegen unterschiedlicher Auffassungen bezüglich der weiteren strategischen Ausrichtung von Penny, insbesondere in Deutschland“, um sein Ausscheiden aus dem Rewe- Vorstand gebeten. Der Aufsichtsrat habe dem zugestimmt. Nun soll Rewe-Vorstandsmitglied Manfred Esser, unter anderem zuständig für den Einkauf, zusätzlich das Geschäftsfeld Discount übernehmen.

Rewe-Chef Alain Caparros hatte Rehberg erst vor zwei Jahren vom Lebensmitteldiscounter Norma geholt. Zuletzt galt das Verhältnis zwischen den beiden aber als angespannt. So hatte Caparros kürzlich in einem Interview der „Wirtschaftswoche“ gesagt: „In Deutschland ist Penny die Nummer vier im Markt. Das ist zwar ein undankbarer Platz, aber es kann trotzdem nicht sein, dass sich Penny so schwertut.“ Der Discounter brauche vor allem ein schärferes Profil. Nach Angaben aus Konzernkreisen hat sich der Umsatz nicht erwartungsgemäß entwickelt.

Im Lebensmittelhandel tobt seit Jahren ein Preiskampf. Fast monatlich werben die Händler - in der Regel getrieben vom Branchenprimus Aldi - mit neuen dauerhaften Preissenkungen für bestimmte Produkte, zuletzt am vergangenen Wochenende. Auch Penny hatte Reduzierungen von bis zu 20 Prozent für mehr als 30 Artikel wie Eis, Joghurt und Kaffee angekündigt.

2009 gab es zwölf Preissenkungsrunden, in diesem Jahr geht der Trend unvermindert weiter. Experten gehen davon aus, dass dies inzwischen auf die Margen drückt. Wohl auch deshalb erhöhen die Unternehmen hin und wieder auch die Preise für einige Produkte - das dann allerdings, ohne den Verbraucher ausdrücklich darauf hinzuweisen.

Rewe-Chef Caparros hatte den „Billigwahn“ in der Vergangenheit mehrfach kritisiert. Die andauernden Preissenkungen seien „eine Handels-Krankheit, die viel, viel schlimmer ist als die Wirtschaftskrise“, sagte er etwa bei der Bilanzvorstellung im Juni. Letztlich würden alle Unternehmen dadurch geschwächt.

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