Arzneimittelmarkt
Neue Spieler mischen den Markt auf

Der deutsche Apothekenmarkt ist attraktiv - kaum ein Monat vergeht, in dem kein neuer Spieler auf den Markt drängt. Auch der amerikanische Arzneimittelversender Medco steigt in den Ring: Harte Konkurrenz für die deutschen Apotheken.

FRANKFURT. Vorgestern Schlecker, gestern Rewe und jetzt der amerikanische Medikamentenversorger Medco: Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht ein neuer Spieler auf dem deutschen Apothekenmarkt auftaucht. Der ist, trotz aller staatlichen Kostendämpfungsmaßnahmen und starker Konkurrenzsituation immer noch margenstark und damit attraktiv.

Medco, der weltweit größte Arzneimittelversender, gab letzte Woche seinen Einstieg bei der Europa Apotheek Venlo bekannt, die in Nordrhein-Westfalen in 90 Filialen der Drogeriekette DM Arzneimittel vertreibt. Auch den Aufbau einer eigenen Apothekenkette können sich die Amerikaner vorstellen.

Das wäre ein logischer Schritt, finden viele Branchenbeobachter. Zumal dem reinen Versandhandel in Deutschland nur ein begrenztes Potenzial zugetraut wird. Jetzt hat der Versandhandel etwa zwei Prozent am Medikamentenmarkt, in Zukunft dürfte er einen Anteil von zehn Prozent kaum überschreiten, meint Gregor Weiche, der beim Marktforscher IMS Health für das Thema Versandhandel zuständig ist. Denn: Der Preisvorteil, ein wichtiges Argument des Versandhandels, dürfte schnell schwinden, wenn große Apothekenketten preisaggressiv am Markt auftreten.

Neue Konkurrenz also nicht nur für die rund 30 Versandapotheken in Deutschland sondern perspektivisch auch für die rund 21 500 stationären Apotheken hier zu Lande. Kein Wunder also, dass der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Günter Wolf diese Woche erneut forderte, dass die Arzneimittelversorgung in Deutschland kein Experimentierfeld für Handelskonzerne und Großinvestoren werden dürfte. "Apotheken müssen Heuschreckenfreie Zone bleiben", so Wolf.

Neue große Spieler im Medikamentengeschäft dürften aber auch dem Großhandel mit Unternehmen wie Phoenix, Gehe und Anzag zu schaffen machen. Der Großhandel sorgt dafür, dass die Apotheken in Deutschland täglich flächendeckend mit Medikamenten versorgt werden. Zwar gibt sich der Vorsitzende des Bundesverbandes des Pharmagroßhandels (Phagro), Anzag-Chef Thomas Trümper, wegen des Medco-Einstiegs erst einmal gelassen: "Man hat ja bei Wal Mart gesehen, dass die Amerikaner auch nur mit Wasser kochen", spielt er auf das verlustreiche deutsche Intermezzo des US-Einzelhandelsriesens an. Dass der Pharmagroßhandel künftig in der Zange zwischen Apothekenketten und der Pharmaindustrie immer weniger Marge zum Überleben haben dürfte, hat er allerdings erst kürzlich auf der Handelsblatt Pharma-Tagung eingeräumt.

Seite 1:

Neue Spieler mischen den Markt auf

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%